Munk Aperitivo

Im Gärtnerplatz-Viertel, unten an der Isar, machen Mathias Modica und Jonas Imbery ihr Gomma-Ding. Disko B residieren um die Ecke, Chicks On Speed Records ist einen – wenn auch Guiness-verdächtigen – Kirschkern-Spuck weit weg. Man kennt sie als die Kompilatoren von »Anti NY« und »Teutonik Desaster« und für zig Pseudonyme, das bekannteste wohl Leroy Hanghofer. Ihre 12inches werden in verdächtigen Kreisen weitergereicht mit einem vielsagenden Flüstern, und so kommt es, dass sie zur Zeit in London, Paris, New York als – ungefähr – Trevor Jacksons gelten.

    Nur in Deutschland, so beschweren sie sich, hapert es. London, Paris, New York, das bedeutet Einladungen, Sammeln von den Plastic People, Auflegen im Pulp Club und Freundschaften mit DJ Chloé pflegen. Die Princess Superstar-Kollabo »Mein Schatzi« ist noch mal auf dem Album mit drauf, und James Murphy von DFA schließlich hatte spontan eine Idee, was er zu »Kick Out The Chairs« zu singen hätte. Beinahe beginnt »Aperitivo« dann auch mit seinen »Motherfucker!«-verzierten Aufrufen, für die auch Radio-Edit und Videoclip geschnitten wurden. Munk scheinen zu wissen, was sie an »Aperitivo« haben. Doch noch bevor »Kick Out The Chairs« als einer von vielen Hits erschallt, singt Bobby Conn etwas von »Sahnefeldern« und macht da schon deutlich, dass sich Munk ihren Glamour nicht in der Münchner Fertigtüte kaufen. Brüskierend, wie die sich von einer Hippie-Ballade zu desorientierend nachflirrenden Disco-Nachbauten mit Songeinsatz hangeln können. Schnitt Leroy Hanghofer noch Mengen mit der synthetischen Kälte von Electroclash, so teilen sich Munk mehr das Feld mit den Freaks: House mit Humor, gewandt in Gehirnströme erwärmende Farben. Heizt.

LABEL: Gomma

VERTRIEB: Groove Attack

VÖ: 18.10.2004

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