Mozes and the Firstborn haben genau die richtige Haarlänge und Portion Selbstironie für ihren ansteckenden Garagen-Rock. Die Rezension ihres gerade erschienen Debütalbums begleitet das neue Video zu »Gimme Some«.

Alle paar Jahrzehnte gibt es eine Ausnahmeband. Eine Supergroup, die für ein neues Genre steht. Ein Phänomen, nach dem in den folgenden Jahrzehnten viele andere klingen. Im Falle von Mozes and the Firstborn heißt diese Nirvana.

Die Band aus den Niederlanden verbindet auf ihrer selbstbetitelten Debütplatte spielerisch und unprätentiös offensichtliche Inspirationsquellen ohne dabei aus dem eigenen Rahmen zu fallen. Man hat zweifellos viel Seattle-Sound gehört, trägt die Haare lang und hier und da schwingen sich die Gesangsmelodien zu einem regelrechten Tribute an Kurt Cobains Songwriting auf.

Doch Frontsänger Melle Dielesens Songwriting entspricht dennoch einer individuellen Kreation; oldschool, simpel. Mit hellen Momenten, guten Ideen und Witz. Die Produktion ist genauso ausgewogen wie die erfrischend ironische Selbsteinschätzung in knarrenden und kratzenden Gitarrensoli und den neckischen Akzenten im Arrangement von Sounds und Songs. Analoger, warmer Klang der 60er und 70er, rotzig gespielter Garagenrock mit solidem Popfundament. Popkulturell zeitgemäß strotzen die Texte nicht von Selbstzerstörungsfantasien, sondern vermitteln die Stimmung eines vielleicht nicht perfekten aber allemal lebenswerten Lebens. Mit Selbstironie lässt sich einiges mehr ertragen, Mr Cobain.

Warum ein neues Genre erfinden, wenn es ohnehin schon mehr gibt als man im Leben zu hören bekommt? Etwas Eigenes sind Mozes and the Firstborn so oder so. Denn beim Zusammenkommen einer Band ihrer eigenen Generation, ergibt die Summe der einzelnen Teile immer eine neue musikalische Variation. Verpacke deine Beobachtungen, in welche Musik auch immer du willst. Wenn du ein Musiker bist, der sich nicht für den Messias hält, entwickelst du eine Authentizität, die genreübergreifend verstanden wird. Don’t be a preacher, be an observer. Mozes and the first Born legen eine nostalgisch-solide Platte ohne Erklärungsbedarf und mit stimmungsmachender Anbindung zur heutigen Zeit vor. Beste Voraussetzungen für einen guten Start in das noch junge Jahrzehnt.


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