Mourn »Ha, Ha, He.« / Review

Bevor man sich vergewissern kann, ob sie überhaupt Plan von Ultravox! und der Art-School-Punkszene haben, sind Mourn schon wieder weg.

Von Ha!-Ha!-Ha! führt unser Weg zu Ha, Ha, He. Von Ultravox! mit Ausrufezeichen in der frühen, punkigen Version zu Mourn und dem zweiten Album der jungen Punkband aus Barcelona. Nicht nur dessen Titel und Cover erinnern frappierend an das Ultravox!-Debüt aus dem Jahr 1977. Auch Sound und Attitüde sind zumindest nicht weit entfernt. Ob Mourn die frühen Ultravox! und die sie umgebende Art-School-Punkszene überhaupt gehört haben, tut dabei nichts zur Sache. Bevor man sich da vergewissern kann, sind Mourn schon wieder weg. Beim Gelächter ihres Songs »Irrational Friend«, der nicht New Wave zitiert, sondern das Gedicht »The Laughing Song« des von Musikern, Filmemachern und Künstlern immer wieder gern angeführten britischen Lyrikers William Blake.

»Indierock« würde passen als Etikett. Aber niemandem helfen.

So sind Mourn. Man höre sich einfach mal die drei aufeinanderfolgenden Songs »The Unexpected«, »Storyteller« und »Gertrudis, Get Through This!« an: Was darin zwischen Post-Punk, College-, Slacker- und Noise-Rock passiert, klingt nach sehr viel sehr gut reflektierter Geschichte. Und so geht das die ganze Zeit auf Ha, Ha, He., es frickelt, anti-gniedelt und swingt rumpelnd, schreit manchmal geradezu. Lauter Hits schälen sich aus dem nur scheinbaren Wust heraus. »Indierock« würde passen als Etikett. Aber niemandem helfen. 30 Minuten reichen Mourn indes, das hilft schon mal. Wie schön, sich nach mehr zu verzehren. Diese Band lässt sich neu entdecken, Neues entdecken, Altes neu entdecken.

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