Monoton, Polyphon oder Real Sound?

Klingeltöne sind irgendwo nötig zum Betrieb eines Mobiltelefons. Die Entwicklung um die Audio-Snippets allerdings – und da sprechen wir vermutlich dem Großteil der SPEX-Leser aus der Seele – nagt an den Nerven. 2004 wurden in Deutschland mehr Klingeltöne als Single-CDs verkauft, Tendenz steigend. Vo …
Klingeltöne sind irgendwo nötig zum Betrieb eines Mobiltelefons. Die Entwicklung um die Audio-Snippets allerdings – und da sprechen wir vermutlich dem Großteil der SPEX-Leser aus der Seele – nagt an den Nerven. 2004 wurden in Deutschland mehr Klingeltöne als Single-CDs verkauft, Tendenz steigend. Vor allem die neuen Features, die durch die immer aufwendigeren Handy-Generationen möglich werden, sind für Ringtone-Anbieter eine reizvolle Entwicklung. Und selbige sind bei großen Musikfernsehanstalten längst zum Großkunden bei den Werbeschaltungen avanciert. Auch die Musikverlage und -Labels reiben sich die Hände, verdienen sie doch ebenfalls mit, wenn es um die Lizensierung der Real Sound-Bleeps geht.

Nun aber ist mit dem US-Produzenten Timbaland der erste Musiker bei MTV und dem Mobile-Unternehmen Zingy unter Vertrag, der exklusiv für die Unternehmen Klingeltöne produziert. Damit will MTV sein Mobile-Angebot ausbauen und letztendlich auch direkt Geld verdienen, zusätzlich zu den Werbeplatzierungen der Konkurrenz. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die Klingeltöne dann auch bei den Zingy-Partnern AOL, Nextel, T-Mobile und Microsofts MSN zum Download bereitstehen. Die Preise für die ab Februar erhältlichen Klingeltöne werden sich zwischen 1,49 und 2,99 US-Dollar bewegen.

»Unser Vertrag mit Timbaland zeigt, dass das Mobiltelefon eine legitime Plattform für die Musik ist und immer mehr Musiker bereit sind, dafür zu produzieren«, so Zingy-Vize-Präsident Andy Volanakis gegenüber Musikwoche.de.

Mit der ebenfalls angekündigten Kampagne "Made Hear: Original Ringtones", für die auch die Zusammenarbeit mit weiteren Stars geplant ist, wird auch klar, wohin die Reise gehen soll: Weg von Diensteanbietern, die an MTV vorbei Geld verdienen. Hin zu Single-Klingeltönen, die exklusiv und nicht als Single-CD erscheinen. So spart man sich in Zeiten sinkender Verkaufszahlen bei den physischen Tonträgern wenigstens die Material- und Logistik- und Vertriebskosten. Und gewöhnt den Kunden gleichzeitig an Künstler, Song, Sender und: Das Downloaden von Klingeltönen.

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