Molotov Jive

Eine junge schwedische Band in Skinny Jeans und schwarzen Lederjacken, die aus den Plattenkisten der Eltern Beatles-, Clash-, Kinks-, Who- und Stooges-Platten hervorkramte und beschloss, dass sie das besser kann – die Story kommt einem irgendwie bekannt vor. Mit Mando Diao fing 2003 alles an. Ihnen folgten die kleinen Brüder von Sugarplum Fairy, die schleiften in diesem Frühjahr dann ihre Kumpels von Molotov Jive mit nach Europa.

    Andere Band, gleiches Szenario: Die Indiegirlies kreischen, die Kritiker schlagen Boyband-Alarm, beide mit Blick auf Frontmann Anton Annersand, dem perfekten Indie-Pin-up-Boy, der noch mal eine Spur geiler aussieht als die Norén-Brüder (wenn´s doch wahr ist). Und, ach ja, die Musik: Darauf können sich dann wieder alle einigen. Auf dreckig Rock&Roll aus Schweden mit ganz viel Pop-Appeal, nur diesmal eben nicht aus Borlänge sondern aus Karlstad. Andere Band, gleiches Strickmuster: Mit »Weight (Off My Shoulder)«, »The Luck You Got« und »Valentines Day« werden gleich drei veritable Floorshaker gezündet, um mit dem vierten Song den jugendlichen Überschwang mit der Ballade »Hold Me Tight (Like A Gun)« auf ruhigere Bahnen zu lenken. »Please don´t tell me we´ve already seen enough sun«, das ganze Teenage Drama in einem einzigen Song. Und der Beatles-Anklang hätte an keiner besseren Stelle kommen können: »And Lucy in the Sky was echoing through my head«.

    Damit haben Molotov Jive jedoch ihr gutes Pulver fast schon wieder verschossen. Der Rest klingt wie B-Seiten der ersten vier Songs. Die Hymnen auf die Jugend fallen nicht mehr so feierlich aus, dem Jive – der kleine Bruder des Boogie Woogie und des Swing – fehlt nun der letzte Schwung. Und kleine Brüder – da wären wir dann ja wieder beim Thema.

LABEL: Bonnier Amigo

VERTRIEB: Soulfood

VÖ: 26.10.2007

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