Moiré Shelter

Moderne Großstadtmusik aus dem Hause Werkdiscs: Actress-Pro­te­gé Moiré veröffentlicht mit Shelter sein Debütalbum. 

Auf einen Drop, diesen aktuell so wichtigen Bezugspunkt, wartet man beim Hören von Shelter (Werkdiscs / Ninja Tune), dem ersten Album des Londoner Produzenten Moiré, vergeblich. Das ist nicht weiter überraschend, erscheint die Platte doch auf dem Label von Darren J. Cunningham, besser bekannt als Actress. Werkdiscs ist für Musik bekannt, die nie den geraden Weg einschlägt. In DJ-Sets zünden nur wenige Tracks, die über den Schreibtisch von Cunningham gehen, stattdessen werden die Koordinaten von Techno neu vermessen.

Doch Shelter klingt in keinem Augenblick so frickelig, sperrig und konzeptuell beladen wie etwa das letzte Actress-Album Ghettoville. Die neun Tracks bahnen sich zumeist langsam und bedächtig mit unglaublich mächtigen Bässen ihren Weg, irgendwo zwischen kargem Deep House im Detroiter Beatdown-Sinne, einem von der Londoner Dubstep- und Bassszene geschulten Wissen um die ganz tiefen Frequenzen, bedrohlichen und metallischen Techno-Loops, angedeuteten Chicago-Tanzmoves und schleppenden, mitunter stolpernden Beats. Über Moiré, den Schöpfer dieser modernen Großstadtmusik, ist nicht viel bekannt, nicht einmal sein bürgerlicher Name.

Es mag ein klischeebehaftetes Anliegen sein, die Musik für sich sprechen zu lassen, doch dieser junge Londoner macht auf seinem großartigen Debütalbum genau das auf sehr eindrucksvolle Weise.

Das Album gibt es aktuell im Stream auf Pitchfork Advance zu hören.

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