Sexualität und Arbeit. Ein Kontext der sich oft in Anzüglichkeiten verliert, in der modernen Gesellschaft meist Hand in Hand mit Begriffen wie Belästigung am Arbeitsplatz, Mobbing, Affäre einhergeht. Dass man sich dem Thema durchaus differenzierter nähern kann bewies Hannah Cullwick bereits im Engla …
Sexualität und Arbeit. Ein Kontext der sich oft in Anzüglichkeiten verliert, in der modernen Gesellschaft meist Hand in Hand mit Begriffen wie Belästigung am Arbeitsplatz, Mobbing, Affäre einhergeht. Dass man sich dem Thema durchaus differenzierter nähern kann bewies Hannah Cullwick bereits im England des 19. Jahrhunderts.

In Selbstportraits inszenierte sie ihre männlichen Körpermerkmale, zeigte stolz Muskeln und Stärke und kehrte ihre Tätigkeit als Haushälterin in Verbindung mit auch sado-masochistischen Elementen nach außen. Neben zahlreichen Fotografien Cullwick’s zeigt die Austellung Normal Love in den nächsten Wochen auch Arbeiten anderer Künstler, die sich mit Cullwick’s Verständnis von Race und Gender auseinandersetzen.

"Die Ausstellung fragt, ob sich die Durchquerung der sozialen Hierarchien von Klasse, Geschlecht und ‚Race‘, die Hannah Cullwick inszenierte und die sie offenbar begehrte, heute im Feld der Arbeit als paradoxe Anforderung verallgemeinert hat. Wie werden wir im Feld der Arbeit angerufen oder adressiert? Welche Rolle spielt Sexualität für die ‚freiwillige‘ Übernahme langer Arbeitstage oder hierarchisch angeordneter ‚Plätze‘? Was geschieht, wenn diese Plätze mobilisiert und durchquert werden, oder: wie lassen sie sich ‚queeren‘?" (Normal Love Pressemitteilung)

Die Ausstellung wurde schon am 18. Januar eröffnet, bis zum 03. März werden unter anderem verschiedene Filme und Ausstellungen anderer Künstler gezeigt. Das gesamte Programm findet sich auf der Normal Love-Website.

Normal Love – Precarious Sex. Precarious Work
19.01. – 04.03. Berlin – Künstlerhaus Bethanien (Mi-So, 14:00 – 19:00 Uhr)