Michaela Melián

Durch die Städte der Fiktion: Nach Baden-Baden widmet sich Michaela Melián nun also Los Angeles. Was für ein Titel, welch ein Versprechen! Keine Sekunde auf diesem Album, die es nicht hielte. Die Künstlerin, Oberbayerin und FSK-Bassistin hat eine Perfektion darin entwickelt, monochrome Soundscapes voller Volumen entstehen zu lassen (ohne wohl in Kategorien der Perfektion überhaupt zu denken, wer will das schon). Wie sie in »Locke-Pistole-Kreuz« eigentlich mehr mit den Pausen den Sound erzeugt denn mit den paar Klavier-, Gitarren- und Rauschen-Spuren. Oder in »Buchberg« Synthie-Flirren und verschiedenartige Saiten zu losen Assoziationswöllkchen verwebt oder… diese denkbar leichte Kontemplation in »Föhrenwald«.

    Es ist umso toller, dass die Bildende Künstlerin Michaela Melián die drei genannten Tracks ursprünglich zur Beschallung ihrer Installationen produziert hat. Denn mit dem Wissen um die Inhalte dieser Kunst, erhält die Musik einen Rahmen, der immer gleich plausibel wird, etwa im später dann auch als Titelmelodie des gleichnamigen Hörspiels eingesetzten »Föhrenwald«. Und doch: mit dem Titel »Los Angeles« schafft Melian ebenso ein klassisches Album-Setting wie per Titel-Anordnung. Ganz klassisch schafft da das eröffnende Stück eine enorme Spannung, steht auf der Nummer sieben mit »Convention« einer der muntersten Tracks. An den Michaela Melián-Klassizismus gemahnt schließlich die Idee, als Abschluss wieder eine Roxy Music-Coverversion zu bringen: »Manifesto«. Insgesamt hat das erneut mit dem  Produzenten und FSK-Kollegen Carl Oesterhelt eingetütete Album im Vergleich zu Baden-Baden weniger Beats. Die braucht es auch nicht. Überhaupt ist diese Musik nichts, was noch irgendetwas nötig hätte. Ich schwärme.  

LABEL: Monika Enterprise

VERTRIEB: Kompakt

VÖ: 05.10.2007

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