M.I.A. – Fakten, Fakten, Fakten

M.I.A.Noch rund eine zwei Wochen bis »Kala« in den Plattenläden zu haben ist. Das zweite Album von Mathangi Arulpragasam alias M.I.A. ist nicht weniger als eine Sensation. Musikalisch aufregend und herrausragend, keineswegs »nur« eine Sommerplatte. Vielmehr hält »Kala« der westlichen Musikproduktion den Spiegel vor, indem sie wiedermals traditionelle Musiken aus Indien und Sri Lanka zu Global Pop umdefiniert. Dazu an anderer Stelle mehr.
Vorab eine Zusammenstellung der interessanteren Fakten zu dem nach Arulpragasams Mutter betitelten Album »Kala«. Damit man bei dem M.I.A.-Konzert nächste Woche (17.08.) im Kölner Gloria nicht ganz ohne Fachwissen aufschlägt.
Album

Die ersten Arbeitsschritte zu »Kala« begannen Anfang 2006 in Chennai, Indien, wo M.I.A. gemeinsam mit ihrem jüngeren Bruder Urlaub machte. Zwei Monate später kehrte sie zurück nach Chennai um die ersten Aufnahmen mit traditionellen indischen Musikern zu beginnen.

Gastmusiker
Wie schon bei »Arular« hat M.I.A. mit verschiedenen Gastmusikern gearbeitet. Neben ihrem Produzenten Dave Taylor alias Switch und ihrem früheren Protegée Wesley Pentz alias Diplo sind auf »Kala« Afrikan Boy (»Hussel«), The Wilcannia Mob (»Mango Pickle Down River«) und Timbaland (»Come Around«) vertreten.

Singles
Seit dem Frühjahr 2007 sind bereits drei Musikvideos aus »Kala« erschienen: »Bird Flu« wurde Ende November bereits auf iTunes veröffentlicht, das Video wurde Mitte August 2006 nahe des indischen Chennai gedreht. »Boyz« wurde in Trinidad und New York produziert und aufgenommen, Mitte Juni veröffentlicht. Das dazugehörige Video wurde unter Regie von Jason Williams Ende April 2007 auf Jamaika gedreht. »Jimmy« beruht auf einem Sample aus »Jimmy Jimmy Aaja Aaja«, das wiederum dem Bollywood-Film »Disco Dancer« entnommen wurde. Das in Bollywood-Ästhetik gehaltene Video wurde von Regisseur Nezar Khamal produziert.

Samples
»Bamboo Banger« benutzt Vocals aus Jonathan Richmans »Roadrunner« sowie Samples des Stücks »Kaattukkuyilu« aus dem 1991 erschienenen, tamilischen Film »Talapathi«, die Musik daraus stammt von dem indischen Filmmusikproduzenten Ilaiyaraaja. Das Original des Stücks haben S.P. Balasubahmanyam und S. Janaki geschrieben.

»Bird Flu« benutzt ein Sample aus »Jayam«, einem 2003 produzierten Film.

»Jimmy« bedient sich – wie erwähnt – »Jimmy Jimmy Aaja Aajas«, das Original stammt von dem westlich geprägten Filmmusikproduzenten Bappi Lahiri.

»Mango Pickle Down River« haben M.I.A., Diplo und der australische Produzent Morganics gemeinsam mit The Wilcannia Mob umgebaut. Deren Original »Down River« haben die Teenager 2002 als zehn- bis dreizehnjährige aufgenommen.

»20 Dollar« benutzt den heruntergepitchten und verfremdeten Beat von »Blue Monday« (New Order), sowie dessen signifikanten Synthie-Hook. Außerdem verwendet sie die Zeile »Where Is My Mind« aus dem gleichbetitelten Pixies-Song.

In »World Town« benutzt M.I.A. ein Sample aus Blaqstarrs »Hands Up, Thumbs Down«

Blaqstarr
wiederum produzierte »The Turn«

»XR2« wurde größtenteils von Diplo produziert und ist geprägt von einem Fanfarensound, den man oft in Hollertronix- und Baile Funk-Produktionen hört, basierend auf dem Roland TR-808.

»Paper Planes« zitiert »Straight To Hell« von The Clash

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