MGMT im Interview & Album im Stream

MGMT: Ben Goldwasser und Andrew Van Wyngarden (v.l.) zwischen Hund und Mitmusikern

MGMT: Ben Goldwasser und Andrew Van Wyngarden (v.l.) zwischen Hund und Mitmusikern

Am Freitag erscheint MGMT, das neue Album von MGMT. SPEX hat das Duo zum Interview in Paris getroffen und hat die LP exklusiv vorab im Stream.

Nachdem das überschäumende und damals dank Songs wie »Electric Feel« und »Time To Pretend« allgegenwärtige Oracular Spectacular von dem eher introvertiert-verschrobenen Congratulations beerbt wurde, war die Spannung relativ hoch, welchen Weg Andrew Van Wyngarden und Ben Goldwasser mit ihrem Produzenten Dave Fridmann dieses Mal einschlagen würden. Beim Treffen mit Christina Mohr für SPEX N°347 stellen beide jedoch erstmal klar: »Wir haben keinen Druck, Hits zu schreiben!«

Laut Andrew Van Wyngarden hat das Duo Fridmann aber einiges an Material vorgelegt, das dieser dann zu einem wie auch immer schlüssigen Album zusammenfügen konnte: »Wir arbeiten immer noch so wie damals, als wir freie Improvisation studierten. Wir komponieren nicht auf dem Papier, sondern verbarrikadieren uns mit Tonnen von Eiscreme im Studio, schalten das Aufnahmegerät ein, jammen stundenlang und lassen uns einfach treiben. Dave merkt sofort, wenn ein Song in einer anderen Tonart besser klingen würde und welche Melodie Ohrwurmqualität hat. Ben und ich wären alleine nicht imstande gewesen, in der gigantischen Musikmenge albumtaugliche Stücke zu finden.«

Die zehn letztendlich ausgewählten Stücke sind zu einem psychedelischer Strom geworden, der oft freidrehend über seine gefühligen Ufer tritt, um später schillernde Pfützen zurückzulassen. Dabei wird so mancher gut eingehörte Schlüsselreiz der Musikgeschichte aufgerufen. »Aber unsere Songs klingen nicht genau so, als ob sie tatsächlich in den 1960er Jahren aufgenommen worden wären«, differenziert Ben Goldwasser. »Quentin Tarantino hat mit Django Unchained ja auch einen Western gedreht und trotzdem erkennt man sofort, dass es eine aktuelle Produktion ist. Man käme doch nicht wirklich auf die Idee, dass der Film in den 50ern entstanden sein könnte – Tarantino bedient sich eines traditionellen Genres, erzählt die Geschichte der Sklaverei in Amerika neu und verheimlicht nirgends, dass Django Unchained mit modernen Mitteln realisiert wurde. Er will ja gerade nicht nostalgisch sein. Ohne uns mit Tarantino vergleichen zu wollen, kann ich diese Methode sehr gut nachvollziehen. Wir beschließen ja auch nicht im Studio, heute mal im Sound der 60er zu spielen.«

Das gesamte Interview, in dem das Duo u.a. auch über die Verwendung ihrer Songs in Nicolas Sarkozys Wahlkampf spricht, findet sich aktuell in SPEX N°347. Nachfolgend gibt es MGMT komplett im Stream, begleitet vom aberwitzigen Video zu »Your Life Is A Lie«.

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