Melt! Festival 2008 – Line-Up komplett, Lageplan online, los geht’s, ab geht’s!

Melt Festival 2007Die Wandelbarkeit scheint die größte Stärke dieses Festivals zu sein. 1997 wurde das Melt! erstmalig gefeiert, damals mit gerade mal 13 Künstlern verteilt auf zwei Tage. Schon vor elf Jahren lag der Fokus der Veranstalter auf elektronischer Musik – einer Linie, der man bis heute größtenteils treu geblieben ist. Seit dem Jahr 2000 findet die Veranstaltung im Freiluftmuseum für Braunkohletagebau »Ferropolis« nahe Dessau statt, seit vier Jahren wird das Festival nach finanziellen Problemen von den Kollegen des Intro-Magazins mitveranstaltet. Die 2000 begonnene Verschmelzung von Elektronik und Gitarrenmusik wird seitdem konsequent fortgeführt.
Erstmalig wird das Melt! Festival in diesem Jahr an drei Tagen stattfinden – für den neuen Veranstaltungstag am Sonntag wurden mit Björk, Battles, Get Well Soon, Hot Chip und anderen Künstlern entsprechend hochkarätige Namen gebucht. Alleine an diesem Tag kann man bereits die Neuausrichtung des Festivals beobachten: stärker noch als in den Vorjahren wandelt sich das Melt! zu einer gleichberechtigt aus Elektronik-, Pop- und Indie-Acts bestehenden Feier, die einzelnen Floors und Bühnen werden längst nicht mehr ununterbrochen von der geraden Bassdrum bespielt.

Neben dem Ausbau des zeitlichen Rahmens scheint auch das Festivalgelände selbst großzügiger als in den Vorjahren gestaltet zu sein. Die Hauptbühne wird erstmalig vor dem Eimerkettenbagger »Mad Max« – also mittig auf dem Gelände – ausgerichtet; die Zeltbühne »Gemini Stage« liegt diesjährig am Ort des dem Eingangsbereich vorgelagerten Red Bull Sleepless Floor – also außerhalb des früheren Festivalgeländes. Diese räumliche Entzerrung dürfte auch den seit Jahren stetig steigenden Besucherzahlen geschuldet sein; im vergangenen Jahr meldeten die Organisatoren rund 17.000 Gäste: eine für die europäische Festivalszene aber immer noch überschaubare Besuchermenge.

Gerade das Gelände spielt den Veranstaltern in die Hände: neben den nächtlichen Lichtprojektionen auf die Tagebaubagger und Abraummaschienen ist die besondere Stärke des Melt! die des Teilasphaltierten und durchgängig kanalisierten Kulturgebietes: sollte es denn doch einmal regnen, so trocknet das Areal binnen kürzester Zeit – lästige Matschpits wie von anderen Festivals gewohnt sucht man beim Melt! vergebens. Auch andere zivilisatorische Errungenschaften sind längst nicht überall selbstverständlich: befestigte und regelmäßig gereinigte Toiletten, eine breite Auswahl an günstigen sowie gesunden Lebensmitteln, Behindertenfreundliche Angebote, Shuttleservice und Ruhezonen gehören seit Jahren zum festen Angebot des Melt! Festivals – in diesem Jahr bietet man zusätzlich erstmals ein ausführliches Adressverzeichnis der Umgebung samt Kulturangebot und Einkaufsmöglichkeiten. Vorbildlich!

Unnötig zu erwähnen, dass neben all dem auch bzw. besonders Musik gespielt wird: im folgenden möchten wir einige Live-Empfehlungen aussprechen, die man sich im Rahmen des Melt! doch einmal anschauen könnte: die Disco-Reanimatoren Hercules And Love Affair beispielsweise, die wir in unserem März-/April-Heft zur Platte der Ausgabe gemacht haben – auch rückblickend war dies eine gute Entscheidung. Franz Ferdinand könnten im Rahmen des Melt! neue Stücke ihres bald erscheinenden dritten Albums vorstellen, Róisín Murphy dürfte erneut in Viktor & Rolf über die Bühne steppen und PeterLicht wird erste Stücke aus »Melancholie & Gesellschaft« spielen. Daneben bespielen Modeselektor, Tobias Thomas, Burger/Voigt, M.A.N.D.Y., Cobblestone Jazz, Efdemin und Gui Boratto die interessantesten Clubspots des Melt!, auf der Red Bull Music Academy Stage fackelt Daniel Haaksman (Man Recordings) am Samstag die amtliche Baile Funk-Party mit Deize Tigronas, Edu K, Bonde do Role und vor allem MC Gringo ab. Außerdem: Krautrock von Fujiya & Miyagi, norwegischen Pop mit Erlend Øye pres. Kakkmaddafakka & The Whitest Boy Alive, zeitgemäßen Folk von Lightspeed Champion, Dada-Pop von Die Türen, Dubstep mit Skream, Noise mit Rummelsnuff und – man könnte die Liste noch länger fortsetzen.

Tageskarten und Festivalpässe sind weiterhin im Vorverkauf erhältlich und werden – sofern noch verfügbar – auch vor Ort an der Tageskasse verkauft. Die »Melt! Compilation IV« mit vielen Künstlern des Festivals erscheint am 04. Juli bei Unter Schafen Records.

Melt! Festival 2008:
18. – 20.07.2008 Gräfenhainichen – Ferropolis
mit Björk, Franz Ferdinand, Hot Chip, Hercules And Love Affair, Supermayer, Cobblestone Jazz, Róisín Murphy, The Whitest Boy Alive, Ellen Allien, Why?, Robyn, Get Well Soon, Battles, MC Gringo, Bonde do Role, The Count & Sinden, Lightspeed Champion, Rummelsnuff, PeterLicht, Modeselektor, Editors, The Notwist, uva.

Foto: © Bernard George / Melt! Festival

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