In Brüssel im Dunkeln

monolake
AUSSCHNITT: Photo from the Acousmonium concert December 11, 2010 Geneva – © Robert Henke 2010

*

Die elektronische Musik mag sich über die Jahrzehnte über die gesamte Welt ausgebreitet haben, viele ihrer kreativen Kulminationspunkte finden sich aber noch immer in Deutschland und der belgischen Nachbarschaft – in beiden Ländern (sowie in Großbritannien und den Niederlanden) hatte sich Techno Ende der 80er, damals noch als Untergrundwelle aus den USA herüberschwappend, erstmals in Europa festgesetzt. Hierzulande traf er dabei auf seine eigenen Wurzeln zwischen Stockhausen und Kraftwerk, mit dem damals noch in Gent beheimateten Label R&S Records bekam er drüben ein neues Flaggschiff. Dass die Bannkraft und Entwicklung der Bewegung beiderseits bis heute nicht abgebrochen ist, demonstriert die Meakusma Night II, für die das belgische Label Meakusma und das hiesige Goethe-Institut am 18. Februar Monolake, Farben, Anstam und Actress in den Club Recyclart, Brüssel, bringen.

  Das Jahr 1997 gebar mit Hongkong das erste Album von Robert Henkes Monolake (Foto) – damals noch gemeinsam mit Gerhard Behles und später auch Torsten Pröfrock. Einige Veröffentlichungen später wird nun am 27. Februar Henkes neuestes und wohl schwärzestes Album Ghosts erscheinen, das der Mitentwickler von Ableton LiveDozent der UDK (Ein kurzer Exkurs über das Mastering findet sich unten.) und Anhänger von Technologien wie der Wave Field Synthesis in Brüssel mit einem ganz besonderem Set-up präsentieren will. Das Konzert Monolake Live Surround wird komplett im Dunkeln stattfinden und über gleich sechs Kanäle in den Raum übertragen, in dessen Zentrum Henke selbst inmitten des Publikums spielen wird. Das ungewöhnliche, für die Meisten nur aus dem Kino bekannte Klangerlebnis umschrieb der Künstler gegenüber dem Goethe-Institut so: »Klänge werden sich bewegen und es werden Räume entstehen, die wesentlich weiter klingen. Dabei werden viele sehr ähnliche Klänge aus verschiedenen Richtungen das Gefühl einer großen Dichte und Anzahl an Klängen vermitteln. Es geht um immersion, das komplette Eintauchen in eine andere Welt.«

   Ähnlich komplex – wenngleich im Hellen – geht es bei Jan Jelinek zu. Unter dem Namen Farben versampelt er alte Soul-Musik zu groovenden Kollagen. Denen gegenüber werden die basswuchtigen Monströsitäten eines Lars Stöwes alias Anstam stehen, zu dessen bei Modeselektors Monkeytown-Sub 50 Weapons herausgegebenem Album Dispel Dances Bianca Heuser in Spex #336 konstatiert: »Anstam will […] mehr sein als reines Tanzfutter.« Was wiederum auch vom britischen Gast und Werk Discs-Chef Actress behauptet werden darf, der zusammen mit dem Brüsseler Sensu das deutsche Line-up aufmischt und einen hochinteressanten Abend komplettiert.

goethe-institut-brussel1Karten für die Veranstaltung können hier reserviert werden. Spex.de wird anschließend vom Ort des Geschehens berichten. Weitere Termine des Goethe-Institut Brüssel sind hier gelistet. Am 29. Februar spielt Monolake zudem ein Konzert im Berghain, Berlin – unterstützt durch DJ-Sets von Peverelist und Shackleton.

*

1 KOMMENTAR

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.