Max Müller – Keine Nostalgie

Max MüllerMax Müller aus Berlin singt in wechselnden Bands wie Honkas, Vroamm! oder Campingsex nun schon seit fast dreißig Jahren deutschsprachige Popmusik. Selbst die neueste Müller-Band Mutter existiert bereits seit 1986. Die schiere Dauer seiner Anwesenheit macht es notwendig, ab und an die Pfade des Max Müller-Hörens zu verlassen, um irgendwann wieder voller Vorfreude zu denken: Bin wieder bereit, Max. Zumal die Ankündigung, der Bruder von Wolfgang Müller veröffentliche am 20. Juni 2008 bei Angelika Köhlermann das Solo-Album »Die Nostalgie ist auch nicht mehr das was sie früher einmal war«  – der Kommamangel ist bewusste künstlerische Freiheit – in mein persönliches Kulturporgramm dieser ersten warmen Nächte passt: Siebziger Jahre-TV-Dokus.
   Heute betrachtet, erscheint die Ästhetik von Close-Ups und Pars-Pro-Toto-Bildern zu Off-Kommentaren im Vokabular der Makrosoziologie überraschend zeitgemäß. So als würden alle bloß noch Teilchen erkennen können von dem, was vorgeht, und dabei aber behaupten: Hört mir mal zu, so sieht’s aus. ich zeige euch die Welt und was geht. Zu den Texten Müllers bei Honkas und Vroamm kann ich nicht allzu viel sagen, für Mutter und Müller solo aber entspricht dieser Duktus dem Schreiben und Singen.

    Das Schöne daran ist, dass Max Müler auch auf »Die Nostalgie ist auch nicht mehr das was sie früher einmal war« wieder die Perspektiven wechselt, also gerade nicht von einem ganzheitlichen Ich her schreibt. Zu günstigen Piano-Sounds, Akustikgitarren oder Soundscape-Atmos singt mal ein anklagender Singer/Sonwriter, später ein Schizofreak oder ein FDP-Typ, so schön und reich. Ja, ich bin wieder bereit für Max Müller.

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