Die Wilden Kerle Trauern

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Foto — Michael O'Reilly / Rosenbach Museum

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Der US-amerikanische Kinderbuchautor und Illustrator Maurice Sendar verstarb heute, laut seines Verlags HarperCollins, in Folge eines Herzinfarkts. Internationale Berühmtheit hatte Sendak mit seinem Buch Where the Wild Things Are (zu dt. Wo die Wilden Kerle Wohnen) erlangt. Die 1963 publizierte Geschichte vom kleinen Max, der in einem fernen Traumland von Monstern zu ihrem König gemacht wird, prägte ganz Kindergenerationen – ähnlich Saint-Exupérys Der Kleine Prinz und die Bücher Astrid Lindgrens – und wurde 2009 von Spike Jonze in enger Zusammenarbeit mit Sendar auf die Leinwand gebracht. Den Soundtrack steuerte Yeah Yeah Yeahs-Frontfrau Karen O bei.

   Zu den weiteren bekannten Werken des Künstlers gehören The Wonderful Farm (1951) und In The Night Kitchen (1970). 2003 hatte er mit dem Texter Tony Kusher eine Buchadaption der Kinderoper Brundibár des 1944 in Auschwitz ermordeten Komponisten Hans Krása veröffentlicht. Krása hatte die Oper seit 1942 mehrfach im KZ Theresienstad zur Aufmunterung der dortigen Kinderinsassen mit diesen aufgeführt. Sendak, Kind polnisch-jüdischer Immigranten, hatte selbst zahlreiche europäische Verwandte durch den Holocaust verloren. Vor seinen eigenen Eltern hielt er bis zu ihrem Tod seine Homosexualität geheim, hatte erst 2008 sein öffentliches Coming-out. Am 10. Juni wäre er nun 84 Jahre alt geworden.

   Möge er in Frieden ruhen. (Ein ausführlicher Nachruf findet sich auf nytimes.com.)

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