Marianne Dissard

Die Geschichte von »L’entredeux« beginnt mit einem Calexico-Song. Marianne Dissard weilte 1994 in Tucson, Arizona, um dort einen Dokumentarfilm über Giant Sand zu drehen. Bereits einige Jahre zuvor war die 1969 im französischen Pyrenäen-Ort Tarbes geborene Dissard in der Wüste Arizonas gelandet, damals noch durch einen Umzug ihrer Familie. Mittlerweile hatte sie in Los Angeles Film studiert und erste Filme in Paris gedreht. Doch die Doku »Drunken Bees« über eine Band, der zu diesem Zeitpunkt neben Howe Gelb und Bill Elm auch noch die späteren Calexico-Gründer Joey Burns und John Convertino angehörten, entfaltete Bio-Wirkung. Marianne Dissard blieb nach dem Dreh in Tucson. Gemeinsam mit Joey Burns schreibt Dissard einen Song, der mit Erscheinen des Albums »Hot Rail« zu den Klassikern des Calexico-Outputs gehören wird: »The Ballad Of Cable Hogue«. Dissard singt auf diesem Song erstmals selbst.

    Die Ballade markiert zudem den Beginn von Dissards Schaffen als Songtexterin: Mittlerweile hat sie auch für Giant Sand und Françoiz Breut getextet. Für dieses Debüt auf Le Pop Musik hat Calexico-Hälfte Joey Burns die Mehrzahl der Dissard-Texte vertont, die erstlichen drei von zwölf Stücken stammen aus der Feder ihres Ex-Ehemannes Naïm Amor. Eingespielt wurde gemeinsam mit John Convertino am Schlagzeug, Naïm Amor als Gitarristen, dem Akkordeonisten und Pianisten Rob Burger sowie mit jenem Mickey Raphael, der lange Zeit in der Band Willie Nelsons die Mundharmonika bewegte.

     Zwischen zwei Kontexten sich zu bewegen, das meint die Wortschöpfung »L’entredeux« der Songtexterin und Sängerin Marianne Dissard. Wobei eine solche Begriffsbinarität immer gern zu haben ist. Klar implementiert sich in ihren Chansons der Americana-Song wie aus eigener Hand. Doch zeichnen sich die Songs eben auch durch das nicht-sichtbare, dennoch quasi-visuelle Element aus: Ich meine die räumlichen Arrangements, an denen Joey Burns auch auf dem aktuellen Calexico-Album »Carried To Dust« seine Freude hat. Das Malerische. Und so singt eine Stimme in wenig gebrochener Chanson-Ernsthaftigkeit über die Liebe, die Liebe und die Liebe und ab und an über Skurilitäten wie One-Night-Stands und von Haustieren unterbrochene Fick-Sessions. In Frankreich geht das allerdings auch als »Amour«, nur »Liebe« und »Love« sind da andere Konzepte. »Merci de rien« strahlt dabei als Nummer Sieben aus dem Herzen der Dramaturgie heraus: Ein Lied, als wäre es immer schon da gewesen. Es ist der Song über die One-Night-Stands.

LABEL: Le Pop Musik

VERTRIEB: Groove Attack

VÖ: 05.09.2008

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