Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki verstorben

Ausschnitt aus Buchcover: Marcel Reich-Ranicki Mein Leben. Pantheon Verlag, 2012. 576 Seiten

Ausschnitt aus Buchcover: Marcel Reich-Ranicki Mein Leben. Pantheon Verlag, 2012. 576 Seiten.

Als Literaturkritiker wurde er selbst zum Pop-Star. Jetzt ist Marcel Reich-Ranicki im Alter von 93 Jahren gestorben.

Der 1920 im polnischen Włocławek Geborene litt seit diesem Jahr an Krebs. Als Sohn einer jüdischen, deutsch-polnischen Familie wurde ihm u.a. der Zugang zur Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität verwehrt, später wurde er ins Warschauer Ghetto zwangsumgesiedelt. Während der Deportation ins Lager Treblinka gelang im allerdings die Flucht. Nach dem Krieg arbeitete er als Lektor in Polen, bevor er 1958 in die Bundesrepublik zog, um wenig später seine Tätigkeit als Literaturkritiker im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung aufzunehmen. Es war der Beginn einer Karriere, die den meinungsfreudigen Denker in bis ins Fernsehen führte, wo er zwischen 1988 und 2001 Das Literarische Quartett leitete und so einen – für einen Kritiker ungewohnten – Bekanntheitsgrad erreichte. Auch den Ingeborg-Bachmann-Preis rief er mit ins Leben. Seine Autobiografie Mein Leben wurde aufwendig verfilmt.

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