Po-Parade für Major Lazer-Video zu »Bubble Butt«

Major Lazer Bubble Butt
Major Lazer Bubble Butt

WTF. Was zum … Eine Reaktion, die man beinahe automatisch mit dem Anschauen eines Musikvideos des Regisseurs, Comedian und Autoren Eric Wareheim verbinden kann. Zuletzt sorgte sein singender Trainer samt Akrobaten-Martial-Arts-Jojo-Truppe in silber-golden-minzgrün-rosanen Kostümen im Video zu »Wishes« von Beach House für ein befremdliches Sehvergnügen. Und nachdem er zwischendurch u.a. auch für HEALTH und Depeche Mode tätig wurde, hat Wareheim nun ein zweites Mal – nach »Keep It Goin' Louder« – ein Video für Major Lazer gedreht. Nur, wo fangen wir an?
   »Bubble Butt« zeigt vor allem eins: pralle, wackelnde Pos. Und die twerken, was das Gewebe hält. Permanent, die ganze Zeit. Idealer bzw. optimistischer Weise sollte man darin Wareheims Versuch sehen, durch Überaffirmation den Hinterteilkult in der New Orleanser Bounce- und der jamaikanischen Dancehall-Szene, ja, wenn nicht sogar den grassierenden Dickarsch-Fetisch der gesamten westlichen Kultur ad absurdum zu führen. Der Bounce etwa inspirierte Major Lazer-Mastermind Diplo zuletzt nämlich nicht nur zu dem Song »Express Yourself« und dem gesäßigfreudigen, passenden Video, sondern auch zu einer Fotoaktion, die Teenager auf der ganzen ihre Hintern in die Höhe recken ließ.
   So richtig komisch, angesichts zahlreicher Meldungen von lebensgefährlichen DIY-Schönheits-OPs aus aller Welt, bei denen Billigsilikon zur Poaufpolsterung verwendet wird, ist die Eingangsszene allerdings nicht. In dieser bekommen drei fade und dünne Sea Punk-Frauen von der (gerade im Profil) gigantischen »Buttzilla« – gespielt von der US-Amerikanerin Sultry Simone – ihre Gesäße aufgeblasen bekommen. Der queere Ursprung von Bounce geht in Wareheims Video ebenfalls völlig verloren. Und irgendwo machen angeblich auch noch Bruno Mars, 2 Chainz und Tyga mit.
   Ein kalkulierter Aufreger und billiger Erreger zugleich. Aber wir haben ja hiermit jetzt auch darüber geschrieben. Im SPEX-Interview vom September hatte Diplo übrigens über Lied und Video noch gesagt: »Bruno (Mars) singt nur die Hook in seinem Stück. Mystic, eine jamaikanische Sängerin und Tänzerin, übernimmt die meisten Verse. Das Video dazu soll im Stile von ›Gimme The Light‹ (von Sean Paul) gedreht werden.« Das ist es nun nicht ganz geworden.

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