Polizeigewalt, Willkür, staatliche Repression, quasi-ethnische Reinigungsversuche. Wie schon im Musikvideo für Justices »Stress« hält Regisseur Romain Gavras die Kamera gerade dann drauf, wenn es unangenehm zu werden droht. Im Falle der neuen M.I.A.-Single »Born Free« bzw. des das Stück flankierenden Musikvideos thematisiert Gavras gleichzeitig Völkermord und Rassismus, andererseits eine Episode der Comic-Serie »South Park«.

    Rothaarige Menschen werden von bewaffneten U.S.-SWAT-Polizisten mit brüllendem Lagerton verhaftet und in Internierungscamps überführt, an anderer Stelle sieht man mit Kufiyas vermummte Jugendliche. Menschen werden im »Born Free«-Video zu Freiwild, der Clip zeigt Hinrichtungen in der Menschenleeren Wüste, eine Hetzjagd mit Automatikgewehren durch ein Minenfeld.

    »Born Free« ist nach »Space« der zweite Song aus M.I.A.s neuem, dritten und bisher unbetitelten Album, das am 25. Juni auf XL Recordings bzw. auf M.I.A.s eigenem Label N.E.E.T. Recordings veröffentlicht wird, auf Twitter gab Mathangi Arulpragasam gestern die Tracklist des Albums bekannt. »Born Free« ist nun eine mit Gesangs-Reverb arbeitende harte Punk-Nummer, die mal an X-Ray Spex erinnert und dabei tatsächlich ein Sample aus Suicides »Ghost Rider« verwendet. Und wenn aus Suicides Original eine Zeile auf das Musikvideo gemünzt zu sein scheint, dann diese: »America is killin’ its youth.«

 


VIDEO: M.I.A. – Born Free


STREAM: Suicide – Ghost Rider

M.I.A. – tba:
01. The Message
02. Born Free
03. Meds and Feds
04. Lovealot
05. Tequila
06. It is What it is
07. xxxo
08. Tell Me Why
09. Story Told
10. Space