FOTO: Timothy Greenfield Sanders

Lou Reed, Gründungsmitglied von The Velvet Underground, ist tot. Der Musiker, Sänger und Texter verstarb heute im Alter von 71 Jahren.

Der als 1942 Lewis Allan Reed Geborene traf bereits am Anfang seiner Solokarriere in New York auf John Cale. Gemeinsam mit ihm, Sterling Morrison, und Maureen Tucker, die recht früh den ursprünglichen Schlagzeuger Angus MacLise ersetzt hatte, formte Reed The Velvet Underground. Unter dem kreativen Einfluss von Andy Warhol und mit der Sängerin Nico entstand zwischen ’66 und ’67 das heute kanonische Debütalbum der Band, dessen Texte überwiegend von Reed allein geschrieben wurden, darunter »I’m Waiting for the Man«, »Venus In Furs« und »Heroin«. Für den Nachfolger White Light/White Heat verfasste er u.a. den titelgebenden Speed-Erlebnisbericht, die tragische Teenage-Love-Kurzgeschichte »The Gift« und die Erzählung einer Trans*-Orgie in »Sister Ray«.

Neben den musikalischen Neuerungen, waren es gerade diese Themen, die Drogen, Fetische und inneren Körperkämpfe aller Art, die die Band und den Mann mit dem charakteristisch trockenen Gesang bekannt machten. Ab 1972 sang Lou Reed auch auf seinen Solo-Alben wie Transformer (»Walk On The Wild Side«, »Satellite Of Love«, »Perfect Day«, »Hangin‘ ‚Round«) von Dealern, Dominas, Transvestiten, träumenden Starlets, Süchtigen aller Art, lebenden Toten und zu früh Verstorbenen, kurz: von all den Grenzenlosen und Ausgegrenzten der Gesellschaft.

Und obwohl er viele von ihnen überlebte: Dass er nicht nur stiller Beobachter blieb, sondern im Gegenteil selbst lange Zeit Abhängiger war, dürfte einer der Gründe für seine Lebertransplantation im Frühjahr 2013 gewesen sein. In den Jahren zuvor war er vor allem mit musikalischen Kollaborationen etwa mit Metallica, Antony & the Johnsons oder Gorillaz in Erscheinung getreten und revitalisierte sein 1975er Metal Machine Music, eine albumgewordene Studie von E-Gitarren-Feedback-Loops.

Reed hinterlässt seine Frau, die Künstlerin und Musikerin Laurie Anderson.