Shakespeare und Jay-Z aufgepasst: Little Simz geht auf Deutschland-Tournee und zeigt, wo der lyrische Vorschlaghammer hängt – von SPEX präsentiert. 

Wenn Simbi Ajikawo alias Little Simz eins nicht leiden kann, dann ist es der männliche Geniekult, wie man auf dem Track „Offence“ ihres im März bei Age 101 Music erschienenen Albums Grey Area gelernt hat. „I’m Jay-Z on a bad day / Shakespeare on my worst days“, rappt sie dort und man glaubt sofort, dass es die UK-Künstlerin mit jedem male Rapper aufnehmen kann. Auch sonst spricht Ajikawo auf ihrem neuesten Album mehr Klartext, was die eigene Person betrifft, als auf den beiden Vorgängeralben. Damit bekommt man eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie sich das Leben der erfolgreichen Mitte Zwanzigjährigen anfühlen muss, euphorische und depressive Phasen inklusive. 

Verspeist Großmäuler zum Frühstück: Little Simz (Foto: Jack Bridgland).

Allerdings ist erfolgreich im Fall von Simbi Ajikawo schon fast eine Untertreibung. Es gibt vermutlich nur wenige Künstler_innen, die in diesem Alter schon auf eine derartige 360-Grad-Karriere zurückblicken können: Little Simz zweites Album Stillness in Wonderland wurde 2016 bei den Independent Music Awards und den Music Of Black Origin Awards gleich mehrfach nominiert. Im gleichen Jahr kuratierte die Künstlerin ihr eigenes Festival im berühmt-berüchtigten Londoner Roundhouse und ging als Support-Act mit den Gorillaz auf Welttournee. 

Ajikawo ist in einer Familie aufgewachsen, in der viel Afrobeat, Hip-Hop, Soul und Reggae gehört wurde, und die Legende besagt, dass sie schon als Kind zu rappen anfing. Heute gilt sie als eine der Großen im UK-Rap-Geschäft und hat nebenbei erst kürzlich ein anderes Betätigungsfeld wiederentdeckt. Nachdem sie als Teenagerin in Fernsehserien mitspielte, ist sie ebenso wie Rapper Dave Teil des Casts der dritten Staffel von Top Boy, einer britischen Crime-Kultserie, die in einer fiktiven sozialschwachen Wohnsiedlung im Londoner Stadtteil Hackney beheimatet ist und Mitte September bei Netflix anläuft.

Derweil hat Ajikawo Zeit auf Tour zu gehen und deckt mit ihren Auftritten in Köln, Hamburg, Berlin und München von West- bis Süddeutschland alles ab. Entfernungstechnische Ausreden, nicht zum Konzert kommen zu können, zählen also nicht. 

SPEX präsentiert Little Simz (live)
28.09. Köln – CBE
01.10. Hamburg – Uebel und Gefährlich
08.10. Berlin – Berghain
14.10. München – Ampere