Leere Taschen – Filmfestival in Hamburg

Pascal FuhlbrüggeAm 17. Januar eröffnet im Hamburger Kino Metropolis eine Reihe, die sich ganz der Thematik der Armut und deren Bearbeitung im Film widmet. Zum Auftakt läuft der Chaplin-Stummfilm »The Kid«, ein 50-Minüter aus dem Jahr 1921. Pascal Fuhlbrügge, der legendäre Gründer der legendären Hamburger Schule, hatte ja schon Ende der 80er mit der Namensgebung seines damals neuen Labels L’Age d’Or seine Nähe zum Film bekundet. Für die Eröffnung des Programms »Leere Taschen – Armut und soziale Ausgrenzung damals und heute im Film (1911 – 2007)« begleitet er »The Kid« mit einer eigens komponierten Musik.
   Auch sonst lohnt sich ein Blick in die Reihe, in der unter anderem »Jazz Club« und »Früchte des Zorns« laufen. Zum Thema schreibt das Kino Metropolis:

»Auf der Leinwand waren die Armut und die Armen von Anfang an präsent. Einer der ganz großen Stars des noch jungen Mediums – des »Theaters der armen Leute« – hat sich sogar vehement auf die Seite der Armen geschlagen: Charlie Chaplin. Der »Tramp«, den Chaplin in seinen stummen Filmen verkörperte, wurde überall auf der Welt verstanden. Mit ihm hat er den Armen eine Stimme gegeben – und dem Medium Film zum Durchbruch verholfen.

Armut ist im Kino über Jahrzehnte ein Thema geblieben. In Amerika schuf etwa David W. Griffith mit seinen »Slum Melodramas« noch vor dem Ersten Weltkrieg die ersten, damals noch inszenierten Sozialreportagen. Auch im Deutschland der Weimarer Republik entstanden engagierte Darstellungen sozialer Not. Hier reicht die Spanne vom starbesetzten »Straßenfilm« (Die freudlose Gasse) über den proletarischen Agitationsfilm (Hunger in Waldenburg) bis zur Fiktion einer organisierten »Armenerhebung« in Gestalt des Bettlermarsches in Die 3-Groschen-Oper (1930), der Brecht-Verfilmung durch G.W. Pabst.«

Leere Taschen – Armut damals und heute im Film

Kino Metropolis, Hamburg
17. Januar – 24. Februar 2008

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