Ein paar Tage nach dem die halbe Medienwelt geiferte: Lady Gaga! Nackt!, lässt die Künstlerin nun wieder die Musik für sich sprechen. Durch einen mutmaßlichen Hacker-Leak zwar etwas früher als beabsichtigt, gibt es nun ganz offiziell, »Applause«, die erste Single von Gagas kommenden Album ARTPOP zu hören (Stream unten). Wie die bisherige Co-Produzentenliste um DJ White Shadow (arbeitete bereits mit Gaga am Vorgänger Born This Way), Zedd und Madeon bereits erahnen ließ, ist das Stück ein ziemlich konventioneller Verschnitt von Pop-Step und Stadion-Tech-House geworden, also aus allem, was in den USA als EDM hausieren geht. Darüber packt die Sängerin eine klassische Fame-Erzählung von ihrer Liebe zum Geliebt-Werden und der Geringschätzung (journalistischer) Kritiken. Die Berechtigung für die wohl interessantesten Zeilen des Liedes hat sie sich jedenfalls klar vorher erworben: »One second I’m a Koons / Then suddenly the Koons is me / Pop culture was in Art now ART’s in POP culture, in me!«

Und wo wir beim Thema angelangt sind: Das letzte Woche veröffentlichte Video (siehe unten), welches die zahlreichen, wenig überraschenden Naa-ackt-oh-oh-oha!-Meldungen verursachte, zeigt Lady Gaga bei der Anwendung von Teilen der Abramović Methode, einem von der Künstlerin Marina Abramović (Interview in SPEX N°342) entwickelten Katalog von Übungen, um als Performerin wie auch interagierende Zuschauerin zeitlich extrem ausgedehnte Arbeiten zu überstehen – wie etwa The Artist Is Present. Mit dem Video will Gaga auf eine Crowdfunding-Kampagne Abramovics zur Finanzierung eines eigenen Instituts aufmerksam machen.
Zurück zu Applause: Das Singlecover wurde im Übrigen ebenso wie alle anderen Fotos der Kampagne von Inez van Lamsweerde und Vinoodh Matadin gemacht, die auch das für den 19. August angekündigt Musikvideo zum Song gedreht haben sollen. Ein Interview mit van Lamsweerde findet sich in SPEX N°345