Kupferkesselpop: das Coffee Festival in Berlin

Genussmittel sind Popkultur. Es geht um das gute Leben, um Distinktion, Nerdtum und Festivals. So wie beim Coffee Festival Anfang September in Berlin.

Mitte vergangener Woche musste die SPEX-Redaktion früh ran. 9:30 – sharp! – Besichtigungstermin der neuen Espressomaschine beim Kollegen samt Kaffeeverkostung. Schon vorab gingen Gerüchte um: Zweikreiser mit Vibrationspumpe, Kupferkessel, Edelstahl. Und lange bevor an diesem Morgen die ersten Tropfen Espresso durch den Siebträger gedrückt werden (9 bar, 92 Grad), steckt man mitten drin: in der Themenmelange aus Luxusproblemen, bewusstem Konsum, fair trade, Plattenregal- oder eben auch Bezzera-Magica-Biedermeier und Pofaltenhygiene.

Der Art Director, ausgewiesener Experte auf dem Gebiet, beim Kollegen allerdings an einer fremden Maschine operierend, erklärt allen Anwesenden, die ihr Edelgebräu mit Kuhmilch verunreinigen wollen, irgendwas von wegen »die Milch erst ziehen und dann rollen«. Im Praxistest an der Aufschäumdüse versagt er kurz darauf allerdings kläglich. Die weiße Brühe rinnt dünn und viel zu heiß aus dem Kännchen, gefolgt von einem Klumpen unförmigen Schaums.

So eine Blamage muss nicht sein. Abhilfe könnte zum Beispiel ein Sensorik & Quality Control Training beim Coffee Festival schaffen, das von 4. bis 6. September an diversen Orten in Berlin stattfindet. Geboten werden Workshops zu Themen wie beanology oder micro lot roasting, Kaffeegebäckverkostungen sowie die Begehung eines Sensorikparcours; es gibt eine zweitägige Ausstellung zu Kaffee und fairem Handel in der Markthalle Neun, jede Menge Leckereien vor dem Kaffeegenuss und natürlich Koffeinhibbeligkeit von früh bis spät.

Seine Eröffnung feiert das Festival am Freitag, 4. September, in der Alten Münze mit einer Barista-Competition, bei der vor internationaler Jury im K.O.-System gegeneinander angetreten wird. (Viel Glück, A.D.!) Dazu gibt es in der Tropical Discoteque Musik aus für ihren Kaffeeexport bekannten Ländern zu hören. Eine Plattenauswahl aus Äthiopien stellt SPEX-Autor Florian Sievers einen Tag später im Filterhouse vor.

Für alle, die es an diesem Septemberwochenende nicht nach Berlin in die teilnehmenden Röstereien und Cafés oder zum nächsten Vibrationspumpentermin beim Kollegen schaffen sollten, bleibt immer noch eine andere Option offen: Der große Filterkaffee in der Bäckerei Cafe Mon Cheri unweit der SPEX-Redaktion kostet nach wie vor und vermutlich in alle Ewigkeit einen Euro.

SPEX verlost Tickets für die Eröffnungsparty des Coffee Festivals am 4. September in der Alten Münze, Berlin. Schickt bis zum 2. September eine Mail mit dem Betreff »Coffee Festival« sowie dem vollständigen Namen an gewinnen@spex.de.

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