Kollektiv Berlin, Benjamin Bergmann

LynchianKein Schreibfehler, es geht hier um die Frage, was »lynchian« ist. Also: diese Methode, mehr noch aber diese Atmosphäre. Muss es schnell gehen in einer Kunstkritik, einem Filmessay oder einer Rezension über vornehmlich instrumentale Musik, dann ist dieses Adjektiv schnell zur Hand. Lynchmäßig. Wie in einem Film von David Lynch. Lynchian. Dieses Produktivmachen von Momenten, in denen einer Figur der Deckungsabgleich abhanden kommt zwischen den eingespielten Weltwahrnehmungsmustern und einer neuen Situation. Plus Film noir, plus Faible für Luxusausstattungen. Dieser böse Glamour, der so entsteht. Kommendes Wochenende eröffnen in Berlin zwei Ausstellungen.

Melancholia    Eine von ihnen gibt sich explizit den Titel »Lynchmob«. Unter diesem Titel kuratieren Emilie Trice und Christopher David eine Sammelschau im Kollektiv Berlin, dem ehemaligen Centrum Hungaricum am Alexanderplatz.

     In der Pressemitteilung weiß sich das Duo mit einem präzisen Zitat von David Foster Wallace zu helfen:

»An academic definition of Lynchian might be that the term refers to a particular kind of irony where the very macabre and the very mundane combine in such a way as to reveal the former’s perpetual containment within the latter.«

     Zu den 30 Künstlerinnen und Künstlern, die ab Samstag, den 7. Februar in »Lynchmob« auf die Filme David Lynchs referieren, zählen unter anderem Douglas Gordon und Christoph Steffner.

     Am gleichen Tag eröffnet in der Galerie Zink Berlin die Ausstellung »Doppelschatten« des Münchener Künstlers Benjamin Bergmann. Seine Environments mögen mehr »bergmannian« denn »lynchian« sein, doch auch diesem Künstler ist die Gleichberechtigung imaginärer und tatsächlich erlebter Welten ein zentrales Arbeitsmotiv. Von daher könnte es durchaus einen Sinn ergeben, beide Ausstellungen am gleichen Tag oder in der gleichen Mood for Lynch zu besuchen.

Lynchmob:
07. – 21.02. Berlin – HBC
Eröffnung 06.02.

Benjamin Bergmann – Doppelschatten:
07.02. – 11. April Berlin – Galerie Zink
Eröffnung 06.02.

Abbildungen:
David Nicholson, Melancholia, 2006-2007
Benjamin Bergmann, Schlaflos, 2009

 

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