Klee Zwischen Himmel & Erde

Wie gewohnt, zum Glück. Klee haben sich nicht besonders gewandelt in den letzten zwei Jahren, vielmehr haben sie mit Bedacht am eigenen Profil weitergearbeitet. Und so klingt auch die neue, unterdessen dritte Platte der Band aus Köln, wie die ersten beiden auch schon geklungen haben: nach Wavepop der radiotauglichen Art. Flottes wechselt sich mit Sanftem ab, hier und da zwirbelt sich eine The-Cure-Solo-Gitarre nach vorn, ansonsten ist alles schön flächig mit Synthiestreichern und geraden Bassläufen produziert. Dazu die hauchende, leider immer wieder mit einer flüsternden Männerstimme unterlegte Stimme von Suzie Kerstgens, die allerlei Gefühlslagen in einfache Worte zu gießen versucht. Die meisten dieser Worte fangen natürlich mit »L« an. Wobei es dieses Mal weniger um den Glanz der ersten Treffen als vielmehr um den Glamour der Beständigkeit zu gehen scheint.
    »Zum Glück« hieß es eingangs. Tatsächlich schaffen es Klee, abseits von Hochnotpeinlichkeiten eine, tja, Aura zu verbreiten, die wohlig zwischen Aufgehobenheit und Gemütlichkeit pendelt. Beruhigend irgendwie. Fast schon einschläfernd. Und zum Glück weit vom Zirkus des Grauens entfernt, wie er anderswo aufgemacht wird. Was neu ist, ist eine Sixties-orientierte Nummer wie »Unsere Liebe«. Klingt gut, sollten sie öfter mal machen. Eher schwierig dagegen das Schlussstück »Am Ende der Liebe« – derart dreist an John Lennons »Imagine« angelehnt, dass man versucht ist, es lieber gegen das Original einzutauschen. Das man nun wirklich oft genug gehört hat.
Bleibt zu hoffen, dass dieses finale Stück nicht den Scheitelpunkt ihrer Karriere darstellt. Könnte nämlich gut sein, dass Klee mit ihrem Glücksstaubsound irgendwann schwer auf die Nerven gehen werden. Undinge wie politisches Engagement, Beiträge für Benefizalben, Vorband für Nena und englische Versionen für den großen Markt in Übersee sind mehr als ein Warnzeichen dafür.

LABEL: Modernsoul / Ministry Of Sound

VERTRIEB: Edel

VÖ: 04.08.2007

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