In Worten: Siebzehn Milliarden US-Dollar. Diese Summe fordert eine Gruppe von Klägern rund um die BMG-Mitbewerber Universal und EMI als Schadensersatz von Bertelsmann, bzw. der Investmentfirma Hummer Winblad dafür, dass der Gütersloher Konzern die eigentlich insolvente P2P-Tauschbörse Napster damals …
In Worten: Siebzehn Milliarden US-Dollar. Diese Summe fordert eine Gruppe von Klägern rund um die BMG-Mitbewerber Universal und EMI als Schadensersatz von Bertelsmann, bzw. der Investmentfirma Hummer Winblad dafür, dass der Gütersloher Konzern die eigentlich insolvente P2P-Tauschbörse Napster damals mit Krediten versorgt und somit die via Napster stattfindende Urheberrechtsverletzung finanziert hat. "Bundesrichterin Marilyn Hall Patel, die bereits im ersten Napster-Verfahren gegen die Börsenbetreiber geurteilt hatte, stellte nun am 14. Juli nach verschiedenen Verzögerungen des Verfahrens klar, dass der Prozess in den USA fortgeführt werden darf. Zuletzt hatte das deutsche Bundesverfassungsgericht aber ein bestehendes Zustellungsverbot der Klageschrift für Bertelsmann bestätigt. Beobachter sehen die Napster-Klage zunehmend als möglicherweise abschreckenden Präzedenzfall für Investoren, die ihr Geld etwa in Technologiefirmen stecken wollen", schreibt der Branchendienst musikwoche.de. Mir fällt dazu nicht mehr ein, als: Wer verklagt eigentlich endlich mal Metallica? Deren entrüstete Empörung über Napster war für dessen Bekanntheitsgrad (die Pressekonferenz mit Lars Ulrich war damals selbst Thema in der Tagesschau) sowas wie ein gigantischer Brandbeschleuniger. Als hätte man einen Tanklastzug Brennspiritus auf ein Lagerfeuer gekippt. Aber heute ist das alles vielleicht auch alles komplett egal. Nur für Bertelsmann könnte es doppelt teuer werden: schlechte CD-Verkäufe und Schwachsinnsideen wie die abgespeckte 9,99 CD auf der einen, eine Klage über 17.000.000.000 Dollar auf der anderen Seite. Nochmal: 17.000.000.000! Das ist sogar mehr als die Auflage unseres Magazins!