Diverse „Kitsuné Boombox. Mixed By Jerry Bouthier“ / Review

Wie lange wird man ihn noch reiten können, den alten Gaul? Mittlerweile ist er wirklich schon ein bisschen müde. Für die Zusammenstellung und standesgemäße Verkabelung ihrer ersten Mix-CD haben die sympathischen Menschen von Kitsuné den Exil-Franzosen Jerry Bouthier ins neonfarbene Gummiboot geholt. Der hat sich, den französischen Meistern im Zusammendenken von Mode und Musik nicht unähnlich, in seiner Funktion als Resident-DJ der Londoner Clubnacht »Boombox« schon vor geraumer Zeit die heute unvermeidliche Verquickung von diesem und jenen auf die Fahnen geschrieben: Synthiepop hier, Indie-Gitarren da, angepunkte Rotzigkeit sowie so ziemlich alles, was die äußerst lose Klammer ›Electro‹ gerade noch zusammenzuhalten im Stande ist, darf verbraten werden. Stilpluralismus als Dogma und ein zehnmal durch die Verzerrer gejagter, alles und jeden gleich machender Soundbrei.

    Der Name »Boombox« passt dabei freilich so gut wie die Tabletten in den Tänzer: Wie das scheppert, dröhnt und freundlich brummt! Auf einem nicht nennenswert variierenden Intensitätsniveau wird um maximale Aufmerksamkeit geheischt, Spannungsbogen, bitte melden! Bouthier versammelt nicht ausschließlich Kitsuné-Acts, immerhin aber fast durchgehend Verbündete und Assozierte, häufig wird mithilfe der beliebten Ausdrucksform ›Remix‹ Kontakt zur Bodenstation gehalten.

    Überraschend begrüßt uns im Eröffnungsstück Ex-Sugababe Siobhan Donaghy, danach darf mit mäßigem Sensationsappeal Partyalarm ausgerufen werden: Zwischen den üblichen Simian Mobile Disco, Riot In Belgium oder Digitalism tummeln sich die neuen Hoffnungen Big Face und Revolte, Guns N Bombs dürfen Chromeo ihren vergleichsweise subtil schillernden Glam wegballern und Feists »1,2,3,4« liefert in der Version der Australier von Van She einen bescheidenen Höhepunkt.

    Schön, dass man nicht die Katze im Sack kaufen muss, die Boombox bringt zweifellos Funktionales für die Motorik und füllt den Boden in der Indie-Disco ohne Gnade. Wie meinten Justice, zwei Brüder im Geiste, kürzlich in einem Interview: »They say we make superficial music for kids. But why, it’s true.« Dieser Offenheit möchte man nichts hinzufügen.

LABEL: Kitsuné Maison

VERTRIEB: Intergroove

VÖ: 26.10.2007

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