Kinderzimmer Productions – Statement zum Split

KinderzimmerProductions Kinderzimmer Productions hören auf, das meldeten wir letzte Woche (mehr …). Nun äußerten sich Textor und Quasi Modo zum Split, den sie kürzlich schon in einem Interview eingeräumt haben. Vorab möchten wir nochmals auf ihr Gespräch mit SPEX-Autor Stephan Szillus hinweisen, ihre Pressemitteilung zum Split veröffentlichen wir hier im Wortlaut:
Auf alle Fälle jetzt ein Neubeginn. So hieß es vor 14 Jahren auf unserem ersten Album. Und jetzt ist es schon wieder soweit: Kinderzimmer Productions beerdigen ihren Namen, aber nicht die Idee, die dahinter steckt. Dazu passt ganz gut, dass wir noch ein Konzert geben werden, unverstärkt und unverstöpselt, das Alte noch einmal bringen, auf das Neue schon einmal hinweisen.

Nein, wir haben noch keine konkreten Pläne, wie unser musikalisches Leben in Zukunft aussehen wird. Nein, wir wissen nicht, ob wir jemals wieder eine Platte aufnehmen werden, wie sie sich anhören könnte, wer da mitspielen soll und schon gar nicht, wann sie erscheint. Aber wir Ihr könnt alle sicher sein: Textor und Quasi Modo bleiben dicke Freunde.

Aber, wie hieß es ebenfalls in dem Stück „Back“ so schön: Zuviel hat sich verändert an Musik und unserer Haltung, um nicht mit ’nem leisen Lächeln auf den Anfang zu sehen. Das tun wir jetzt. Wir sind nicht zornig, wir sind nicht verbittert, wir sind nicht erschöpft, wir hassen niemand, schon gar nicht uns selbst. Wir haben die Entscheidung getroffen, uns von etwas zu verabschieden, was unserem Leben Sinn gegeben hat, ohne zu wissen, was danach kommt. Dafür muss es Gründe geben? Und ob!

Das ist zunächst die wirtschaftliche Seite. Die Form, wie Musik konsumiert wird, wandelt sich zusehends. Dass Musik für jeden frei zugänglich ist, ist im Prinzip sehr schön. Doch leider ist Musik machen immer noch sehr teuer, und die Einnahmen aus dem Plattengeschäft und von Touren reichen nicht mehr aus, um unseren Standard zu halten. Wir möchten unseren Fans die Musik bieten, die sie von uns gewohnt sind. Wir haben Ansprüche an die Qualität unserer Musik, die wir erfüllen wollen. Das geht nicht mehr, zumindest nicht ohne einen Mäzen. Wenn uns ein anderer Weg einfällt, wie gute Musik zu retten ist, werden wir ihn sofort einschlagen und alle mitreißen, die den Weg mit uns gehen wollen. Aber diesen Masterplan hat leider noch niemand entwickelt. Er steht aber auf dem Wunschzettel für Weihnachten.

Da ist auf der anderen Seite HipHop. Wir haben immer gehofft, dass er sich zu einer kompletten Kultur entwickeln würde, und eine Kultur schließt alle Formen, Spielarten, Altersgruppen ein. Das ist nicht so gekommen. Leider halten viele Menschen HipHop inzwischen für dumpf und dumm, und wer sich den Mainstream ansieht, muss ihnen leider recht geben. Wir sind nicht angetreten, Teil einer solchen Kultur zu sein, halten nicht mehr länger dagegen und sind deshalb draußen. Wir wissen, wo wir herkamen. HipHop hat sich in Deutschland in eine Richtung entwickelt, die wir nicht mehr mittragen wollen. Andere können das gerne tun, wir nehmen uns die Freiheit – jawohl, genau, die Freiheit! – auszusteigen.

Bevor jemand die Gedanken falsch versteht oder verstehen möchte: Wir wollen niemanden kriminalisieren, teeren oder federn, der sich Songs umsonst aus dem Netz lädt. Wir glauben immer noch an die Idee und an die Kultur, die HipHop ausgemacht hat und immer ausmacht. Wir beobachten die Veränderungen und stehen weiterhin dafür ein. Wir arbeiten, feiern, leben weiter zusammen mit den Menschen, die mit uns auf einer Wellenlänge sind.

Wir sind nicht eighteen ’til we die. Wir verändern uns. Unsere Musik und die Welt verändern sich Das leise Lächeln bleibt auf unseren Gesichtern, aber die Productions aus dem Kinderzimmer gibt es nicht mehr.

Es ist Zeit für Neues Ungewohntes

Textor und Quasi Modo

Kinderzimmer Productions Live:
16.11. 2007 Leipzig – Conne Island
01.12. 2007 München – Bavarian Open
26.04. 2008 Dortmund – Konzerthaus Dortmund "
" Abschiedskonzert, unplugged

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