Kim Gordon: »Die Idee von Körper und Tanz sollte sich unwohl anfühlen«

Kim Gordon
Kim Gordon bei einer Performance im niederländischen Heerlen   FOTO: Mreh (CC)

Kim Gordon bringt ein neue Schriftensammlung unter dem Titel Is It My Body? heraus. Vorab erschien ein Exzerpt eines Gesprächs zwischen ihr und Jutta Koether. Thurston Moore singt derweil über jugendliche Aktivisten und veröffentlicht ein Black-Metal-Album als Kurzzeitmitglied von Twilight.

III: Beneath Trident’s Tomb heißt das Werk, das Moore als Gitarrist mit Stavros Giannopoulos von Atlas Moth, Leviathans Jef »Wrest« Whitehead, Sanford Parker von Minsk sowie Krieg-Sänger Imperial aufgenommen hat. Erscheinen soll es am 17. März, ein erster Track namens »Lungs« ist unten im Stream zu hören. Moore lässt sich zitieren, dass das Anliegen des Albums, »die Zerstörung allen rationalen Denkens« sei. Was er zumindest direkt vorlebt: Imperial veröffentlichte bereits als Krieg beim deutschen Label No Colours Records aus dem rechtsextremistischen Dunstkreis und fiel auch sonst durch ungewöhnliche Ansichten auf.* Die mit wechselnden Besetzungen rund um Wrest und Imperial arbeitende »Supergroup« Twilight hat sich mittlerweile allerdings aufgelöst. 

So oder so scheinbar kein Problem für Thurston Moore selbst: Schon Anfang Februar bringt er eine eigene 7" bei Blank Editions heraus. Die A-Seite »Detonation«, die derzeit Pitchfork streamt, sei »libertären und kommunitaristischen Aktivisten« aus dem Osten Londons gewidmet.

In der selben Stadt hatten Kim Gordon und Jutta Koether 2005 erstmals ihre gemeinsame Installation Reverse Karaoke gezeigt. Die beiden haben mehrfach miteinander zusammengearbeitet und sich für Gordons Is It My Body? ausführlich über die einzelnen Projekte unterhalten. Dazed Digital hat nun ein Exzerpt des Interviews online gestellt. Über die Ausstellung Dead Already von 2007 in der New Yorker Reena Spaulings Gallery sagt Gordon da etwa: »Das Gebäude war früher ein Bordell oder Puff, glaube ich. In der Umgebung fingen gerade diese feministischen Shows an, stattzufinden. Wir beschlossen, dass sich die Leute bei uns mit ihrer Vorstellung von Körper und Tanz richtig unwohl fühlen sollten.« Das Konzept war an die TV-Show Deadwood angelehnt und richtete sich gegen die fortwährende Dominanz bereits verstorbener Künstler.

Is It My Body? versammelt abseits der Koether-Unterhaltung Schriften zu Gegenwartskunst, Architektur, Musik und der Performanz von Gender-Rollen, die Gordon in den 80ern und 90ern verfasste. Von ihrer Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Position als Frau auf der Bühne findet sie so zu einer neuen Reflektion eines Mike Kelleys oder Glenn Brancas, wie ihr Verlag, Sternberg Press, schreibt. Der Band erscheint in der Serie des Frankfurter Instituts für Kunstkritik.

*Mit Dank an Kristoffer Cornils für den Hinweis!

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