Killer Mike schreibt über Ferguson und Polizeigewalt

Southern-Rap-Veteran Killer Mike äußert sich zur Situation in Ferguson, Missouri. Außerdem: Neue Musik von Run The Jewels, seinem Projekt mit El-P.

UPDATE 2: Es gibt auch Killer-Mike-News aus schönerem Anlass. Am 31. Oktober wird RTJ2 erscheinen, das zweite Album von Run The Jewels, Mikes Projekt mit dem New Yorker MC und Produzenten El-P. Als Gäste werden unter anderem Zack de la Rocha (Rage Against The Machine) und Travis Barker (Blink-182) daran mitwirken. Oder mit anderen Worten: WTF? Der gästelose Vorab-Track »Blockbuster Night Part 1« kann ab sofort angehört werden.

UPDATE 1: Am Mittwoch hat Killer Mike der CNN-Journalistin Brooke Baldwin ein Interview gegeben, in dem er die wichtigsten Punkte seines Artikels untermauert und weiter ausführt. Michael Render betont darin die Entfremdung der Menschen von der Polizei und benennt die zunehmende Militarisierung der Einsatzkräfte durch ausrangiertes Army-Equipment als weiteren Problempunkt.

Auch am elften Tag nachdem ein Polizist den unbewaffneten afroamerikanischen Teenager Michael Brown in Ferguson erschoss, kommt die Kleinstadt im US-Bundesstaat Missouri nicht zur Ruhe. Abend für Abend formiert sich Protest gegen die Staatsgewalt, die Polizei geht mit zunehmend rigorosen Mitteln dagegen vor. Eine Sperrstunde wurde verhängt, Tränengas kommt zum Einsatz, Demonstranten werden festgenommen. Die Szenerie gleicht einem Kriegsschauplatz, und die Unruhen beschränken sich längst nicht mehr allein auf Ferguson. In St. Louis, Missouri haben Polizisten gestern einen 23-jährigen Afroamerikaner erschossen, da dieser sie mit einem Messer bedroht haben soll. Zuvor soll der Mann Lebensmittel aus einem Supermarkt gestohlen haben.

In sozialen Netzwerken haben zahlreiche Künstler ihrem Unmut und ihrer Fassungslosigkeit über die Ereignisse in Ferguson und Umgebung Luft gemacht. Zu einer Art Wortführer des Protests entwickelt sich nun der Rapper Michael Render alias Killer Mike aus Atlanta, Georgia. Nachdem er sich zunächst auf Instagram zu Ferguson geäußert und Browne Eltern sein Beileid ausgesprochen hatte, veröffentlichte Render gestern einen Artikel auf billboard.com, der sich mit den Missständen beschäftigt, die der Situation in Ferguson und vergleichbaren Vorfällen zugrunde liegen.

Render habe keine Hoffnung zu verbreiten, lediglich eine Warnung an alle Amerikaner auszusprechen: »Was dieses Land seinen schwächsten Bürgern anzutun fähig ist, wird es eines Tages uns allen antun.« Im weiteren Verlauf seines Artikels äußert er Verständnis für die Schwierigkeiten, mit denen Polizisten im Alltag ihres Berufs konfrontiert werden, kritisiert aber auch die Unverhältnismäßigkeit des Vorgehens in Ferguson und fordert bessere Kontrollen der Beamten durch Bürger und Behörden. »Mike Brown und Eric Garner mussten sterben, weil Polizisten auf der Suche nach Nervenkitzel ihre Amtsgewalt missbraucht haben.« Den Machtinhabern in Missouri wirft Render vor, mit den Praktiken einer »kriminellen Bande« gegen die demonstrierenden Bürger  vorzugehen und Browns Namen nachträglich in den Schmutz ziehen zu wollen.

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