Zwei Freunde, eine Regel: SPEX trifft Kiasmos und verlost Tickets für das Konzert in Berlin

Foto: HŽ ðinn Eiríksson

»Es gab nie den Plan, ein Album zu machen« – zum Glück ist es doch passiert. Gerade haben Ólafur Arnalds und Janus Rasmussen alias Kiasmos ihr LP-Debüt veröffentlicht, im Dezember präsentieren sie Kiasmos live und in Farbe. SPEX.de sprach mit dem Duo und verlost Tickets für die Show in Berlin.

Sie sind einfach nur Freunde. Das betonen Ólafur Arnalds und Janus Rasmussen jedenfalls beide gerne und ausführlich. Gemeinsam bilden die zwei in Island lebenden Musiker das Duo Kiasmos. Ein Melancho-Techno-Projekt, wie es im Schaffen der zwei noch gefehlt hat. Rasmussen, der von den Färöer Inseln stammt, ist als viel beschäftigter Komponist und Produzent vor allem durch seine Mitgliedschaft in der Band Bloodgroup bekannt geworden. Arnalds, Pianist und Shootingstar der sogenannten »Neo-Klassik«, war wiederum vor fünf Jahren Tourtontechniker der Bloodgroup. Nachdem Kiasmos 2012 ihre erste EP namens Thrown veröffentlicht hatten, erschien Ende Oktober das gleichnamige Debütalbum bei Erased Tapes.

»Es gab nie den Plan, ein Album zu machen«, sagt Arnalds während einer kleineren Auszeit daheim in Island. »Wir haben uns einfach immer wieder mal getroffen und zusammen musiziert. Wir fassten uns allerdings nie Pläne, denn genau das hat ja den Reiz des Ganzen für uns ausgemacht: keine Deadlines und kein Druck – wie bei unseren anderen Arbeiten.« Arnalds lassen Letztere oft keine Ruhe, er denke so viel über seine jeweils aktuellen Soundtrack- oder Albumarbeiten nach, dass er bisweilen sogar nicht mehr schlafen könne, meint er. Anders bei Kiasmos: »Es war für uns immer unser Hobby, unsere Pause vom Rest. Und das haben wir unserem Umfeld auch sehr klar gemacht.«

Alle Ideen entstehen erst im Studio, jeglicher Stress bleibt außen vor, bekräftigt Rasmussen ebenfalls via Telefon: »Bis heute ist es das Projekt zweier Freunde, die sich im Studio treffen und einfach nur Spaß miteinander haben.« Nahezu wortgleich sagen beide: »Unsere einzige Regel war und ist: Es muss Spaß machen. Sobald es sich wie Arbeit anfühlt, werden wir sofort aufhören.« Im letzten Jahr entschied man sich dann dennoch, mehr aus den bislang komplett ziellosen Aufnahmen zu machen, und Erased Tapes-Gründer Robert Raths, der zuletzt den vorläufigen Abgang seines Solokünstlers zu einem Sub-Label von Universal verkraften musste, sprang sofort auf die ersten Demos an.

Anfang des Jahres bot sich dann ein Zeitfenster von einem Monat, in dem man sich konzentriert an das Album setzte: »Zunächst haben wir erst einmal sehr viele Songs aufgenommen, teilweise bis zu zwei am Tag, und dabei überhaupt nicht nachgedacht. Erst danach, am Folgetag oder später, haben wir dann geguckt, welche gut sind und welche zusammenpassen.« Nach der Hälfte des Monats schälte sich schließlich eine stringente Ästhetik heraus, die man dann konsequent weiterverfolgte. Das Ergebnis habe beide überrascht, so Rasmussen: »Wir hatten nicht erwartet, dass es so emotional werden würde. Das lag letztendlich aber einfach an unserer Stimmung damals, das hatte gar keine anderen Gründe.«

Und obwohl beide Musiker ihre Studios im gleichen Gebäude nahe des Reykjaviker Hafens haben, fand und findet Kiasmos ausschließlich in Arnalds‘ Studio statt. Zu einem zweiten Schlüssel zum Sound des Albums wurden deshalb seine jüngsten Investitionen in eben jenem Raum: War die Thrown EP noch mit recht basaler Instrumentierung entstanden, konnte man für das Album nun auf einen deutlich vergrößerten Möglichkeitsrahmen zugreifen. »Ich habe jetzt einfach mehr Equipment, da ich es für all die Soundtracks, die ich zuletzt gemacht habe, brauchte, um diese entsprechend ordentlich klingen zu lassen«, erzählt er. So konnte man eine Vielzahl neuer Ideen ausprobieren, vor allem analog: »Wir hatten dadurch plötzlich zahlreiche Freiheiten. Ein Musiker, der zugleich sein eigener Produzent ist, wird durch neue Instrumente sofort inspiriert, ganz andere Dinge zu erkunden. Schließlich ist auch das Feedback ein ganz anderes.« Arnalds kam so durch die Aufnahmen mit Rasmussen endlich auch dazu, seinen neu aufgebauten Synthesizer-Park vollends durchzutesten.

Ein Korg MS 10, laut Rasmussen ein sehr heruntergerockter, kam etwa oft zum Einsatz. Nahezu alle der acht Stücke wurden zudem mit dem Roland RE-201, auch bekannt als »Space Echo«, einer analogen Delay-Maschine, in die Breite gezogen – was nicht nur Spaß brachte: »Das Ding hat uns viel Zeit gekostet, weil man sehr leicht Fehler machen kann. Ohne es wären wir sicher viel schneller fertig gewesen, andererseits haben wir so auch wieder viel gelernt«, blickt Rasmussen zurück. Und überhaupt: die beiden Kiasmos-Mitglieder haben während der Aufnahmen viel Neues für sich entdeckt: »Wenn du so lange und so oft mit jemanden zusammenarbeitest, dann erkennst du irgendwann seine Muster. Bei uns beiden war es aber immer wieder so, dass wir uns gegenseitig überrascht haben. Ich habe dadurch sehr viel von Oli gelernt und anders herum.« Die Chance für ein zweites Album wollen die beiden deshalb vorerst offenhalten.

SPEX.de verlost 2×2 Tickets für das Konzert von Kiasmos am 5. Dezember im Watergate in Berlin. Einfach eine E-Mail unter Angabe des vollständigen Namens an gewinnen@spex.de schicken. Einsendeschluss ist der 3. Dezember. Es entscheidet wie immer das Los. Viel Glück!

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