Minimal über Kreuz

kiasmos

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Der gemeine Chiasmus ist eine rhetorische Figur für die großen Köpfe, die Dichter und Denker. Hier werden Gegensätze miteinander verschnitten, wortwörtlich überkreuzt. Kein schlechter (zumal weder bäriger noch goldener und schon allein deshalb aus der Reihe tanzender) Name also für ein künstlerisches Duo wie Ólafur Arnalds und Jahn Rasmussen, denen bei der Projektgründung auch gleich auffiel, dass der griechische Ursprung χιασμός tatsächlich eher nach Kiasmos klingt, was wiederum in Lettern betrachtet auch nur eine Stelle und einen Dreher vom Kosmos entfernt ist, den ihr kopfgetriebener Minimal Techo einem wohl imaginieren lassen will. Im Vergleich zum 2009er 65 gerieren sich die beiden Isländer auf ihrem neuen Titel Thrown, Vorbote ihres ersten Albums, nämlich ungleich melodischer und träumerischer.

   Und bei dem Punk, der sich doch der klassischen Musik zugewendet hat, und dem Bloodgroup-Kopf herrscht Arbeitsteilung: Arnalds setzt erst in einer zweiten Produktionsrunde zum Feinschliff an, nachdem Rasmussen ihm den musikalischen Rohbau gemailt hat. Man sieht sich für alles Andere einfach zu selten. Diese Woche markiert dabei allerdings eine Ausnahme: Kiasmos sind in Deutschland – genauer Hamburg, Berlin und Dreseden – auf Tournee, um das noch namenlose kommende Album auf Erased Tapes live vorzustellen.

   Im Horst Krzbrg werden sie dabei am morgigen freitäglichen Abend von The Sorry Entertainers und Mixmeister Grizzly unterstützt. Spex verlost noch 2×2 Plätze.

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Kiasmos live:
19.04. Hamburg — Golem
20.04. Berlin — Horst Krzbrg
21.04. Dresden — Kleines Haus

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