Damn! Kendrick Lamar gewinnt Pulitzer-Preis für Musik

Kendrick Lamar hat es doch geschafft: Nachdem der Grammy für Damn im Januar an Bruno Mars verloren ging, gewinnt der amerikanische Rapper nun den noch besseren Award: den Pulitzer-Preis für Musik – und schreibt damit Geschichte.

Wie aus dem Nichts wurde Kendrick Lamar am Montagabend mit dem Pulitzer-Preis für Musik ausgezeichnet. Während die Grammy-Jury sich also immer noch nicht so Recht entscheiden kann, welche Merkmale ein gutes Album zum Preisträger machen, beweist die Jury des Pulitzer-Preises Geschmack und begründet wie folgt: Damn ist eine virtuose Liedersammlung, vereint von seiner umgangsprachlichen Authentizität und rhythmischen Dynamik, die bewegende Momentaufnahmen, welche die Komplexität modernen afro-amerikanischen Lebens zeigen, bietet.

Schon lange gilt der Pulitzer-Preis als fortschrittlicher Motor und Förderer gesellschaftlicher Kritik. Bereits 1961 zeichnete die Jury den Roman Wer die Nachtigall stört von Harper Lee im Bereich Belletristik aus. Ein Buch, das, ähnlich wie heute Damn, rassistische Problematiken diskutiert und damit unangenehme Fragen aufwarf, die in den seither vergangenen 57 Jahren leider keinen Deut an Relevanz eingebüßt haben.

Damit liefert die Pulitzer-Jury den eigentlich überflüssigen aber endgültigen Beweis dafür, dass Hip-Hop sowohl musikalisch als auch inhaltlich eines der größten Kulturgüter der Moderne ist. Zur Erinnerung: Niemals zuvor gewann ein Künstler, der sich nicht der Klassik oder dem Jazz widmete, diesen Preis. Die Musikpreisszene scheint also doch nicht vollends verloren zu sein. Wenn sie den Mut aufbringt, politischen und gesellschaftlichen Themen nicht mit teilnahmsloser Naivität zu begegnen.

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