Mit Kaleidoscope räumte Kelis 1999 erst das Feld von hinten und dann den Weg fürs 21. Jahrhundert frei. Im März führt sie ihr Debütalbum in Berlin wieder in Gänze auf – SPEX präsentiert.

Das Jahr 1999 war das internationale Jahr der Senior_innen. Columbine rüttelte die Welt auf, der Euro wurde als Buchgeld eingeführt. Smash Mouth veröffentlichten „All Star“, Eminem „My Name Is“, die Backstreet Boys waren noch höchst aktiv und die Pop-Welt wusste schon nicht mehr, ob sie noch pro-Britney oder doch für Christina Aguilera stimmen sollte. Und dann fegte Kelis kurz vor Jahresende noch einmal alle vom Platz. Produziert wurde ihr Debüt Kaleidoscope von Pharrell Williams und Chad Hugo, die zu diesem Zeitpunkt als Neptunes auf dem Höhepunkt ihres Schaffens standen. Features kamen unter anderem von Busta Rhymes und André 3000. What could possibly go wrong?

We love her / so much right now – Kelis (Foto: Michael Mora).

Richtig: nix. Jazz, Funk, Soul, Hip Hop, R’n’B, Pop, balladeske Töne: Kaleidoscope brachte schon alle Jungs in den Vorgarten, bevor „Milkshake“ vier Jahre später veröffentlicht wird – und nicht nur die. Denn Kelis machte mit dem 14 Songs den Weg frei fürs 21. Jahrhundert, das dann von Beyoncé und anderen Kelis-Adept_innen dominiert wird.

Was eben nicht heißt, dass Kelis Rogers untätig blieb oder gar überflüssig wurde: Auf Kaleidoscope folgten noch Wanderland, Tasty, Kelis Was Here, Flesh Tone und Food. Fünf Jahre liegt die letzte Platte nun zurück, eine neue ist noch nicht Sicht. Stört’s? Nur ein bisschen, denn immerhin bringt Kelis nun Kaleidoscope wieder auf Tour. Wer damals noch nicht die Gelegenheit dazu hatte, „I hate you / so much right now!“ mit ein paar Tausend anderen verschwitzten Menschen im Chor zu brüllen, sollte sie jetzt nicht verpassen: Am 5. März gibt Kelis diese Zeile zusammen mit dem ganzen Album im Astra Kulturhaus in Berlin zum Besten. Und hat vermutlich noch ein paar Zugaben im Gepäck.

Tickets gibt es hier.

SPEX präsentiert Kelis (live)
05.03 Berlin – Astra Kulturhaus