Karin Dreijer Andersson – Soloalbum als Fever Ray, Stream

Fever RayOb es im nächsten Jahr wohl ein neues The-Knife-Album geben wird? Knifflig! Wie kürzlich an dieser Stelle berichtet arbeitet das schwedische Duo derzeit gemeinsam mit der dänischen Performance-Gruppe Hotel Pro Forma an einer Oper, beziehungsweise arbeiten The Knife an Musikstücken für jene Oper, die im Herbst 2009 ihre Uraufführung erleben soll. Olof Dreijer befinde sich daher derzeit im südamerikanischen Amazonas-Gebiet, um dort Field Recordings für die »Tomorrow, in a Year« betitelte Aufführung zu sammeln. Seine Schwester Karin Dreijer Andersson ist da schon weiter: nach ihren Gastvocals auf dem letzten dEUS-Album »Vantage Point« hat sie soeben ihr erstes Solo-Album fertiggestellt, im März nächsten Jahres wird es erscheinen.
Dabei fällt zunächst auf, dass ihre neuen Arbeiten unter dem Projektnamen Fever Ray nahtlos an »Silent Shout«, das relevanteste skandinavische Album in Sachen elektronischer Tanzmusik der letzten Jahre, anknüpfen. Im Unterschied zu The Knife fällt die Musik von Fever Ray deutlich langsamer und somit noch düsterer aus, der Mangel an Tempo ist aber gleichzeitig der große Gewinn dieses Albums: der distanziert-kühle und stark kehlige Gesang Dreijer Anderssons kommt so noch stärker als je zuvor zur Geltung. Wie von The Knife gewohnt hört man dazu einen tiefen synthetischen Klang, der wie geschaffen für großzügig bemessene Räume wie z.B. Kathedralen ist.

Stücke wie »Concrete Walls« oder »Coconut« stechen dann aber doch heraus – sei es, weil bei »Concrete Walls« ein tief-langsamer psychedelischer Maschinenrhythmus den Magen massiert und Dreijer Anderssons Stimme bis zur Unkenntlichkeit durch das Effektgerät gejagt wird, oder weil das letzte und längste Stück des Albums – »Coconut« – mit seinen skelettierten synthetischen Streicherarrangements, den sparsam platzierten Bongosounds und der äußerst präsent wummernden Bassdrum beinahe schon an die Synkopen von Dubstep erinnert.

Aufgenommen hat Karin Dreijer Andersson ihr Album mit den Produzenten und langjährigen Kollaborateuren Peder Mannerfelt (alias The Subliminal Kid) und Van Rivers, letzterer äußerte gegenüber Resident Advisor, ihre seien »die schmutzigeren« Produktionen.

»Wir fokussierten uns an einem analogen, an einem Live-orientierten Klang. Vieles spielten wir live ein, um einen natürlichen Klang zu erreichen, experimentierten mit der Playback-Wiedergabe über verschiedene Boxen in unterschiedlichen Räumen und verwendeten auch zahlreiche analoge Synthesizer und Drum-Computer.« Die zweite Hälfte des Albums gestaltete Karin Dreijer Andersson dann mit Christoffer Berg, der nicht nur zahlreiche The-Knife-Aufnahmen für die Alben »Deep Cuts« und »Silent Shout« abgemischt, sondern zuvor auch mit Robyn und Studio gearbeitet hat.

Eine Tour im nächsten Jahr wurde ebenfalls in Aussicht gestellt – die Proben mit der eigens formierten Live-Band wurden soeben aufgenommen. Das Fever-Ray-Album erscheint am 20. März 2009 bei Rabid Records. Die erste Single »If I Had a Heart« wurde soeben digital veröffentlicht, ein von Andreas Nilsson (zuvor Videos für The Knife, Love Is All, José Gonzaléz) produziertes Musikvideo soll am 06. Januar das Tageslicht erblicken.

STREAM: Fever Ray – If i Had a Heart

Fever Ray – Fever Ray:
01. If I Had a Heart
02. When I Grow Up
03. Dry and Dusty
04. Seven
05. Triangle Walks
06. Concrete Walls
07. Now’s the Only Time I Know
08. I’m Not Done
09. Keep the Streets Empty for Me
10. Coconut

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