Kämpfe, Knarren Konsequenzen

Schon erstaunlich, welchen prägenden Eindruck Musikvideos hinterlassen können. Ob »Stress« von Justice oder jüngst »Born Free« von M.I.A.: Stil, Bildsprache und Schnittfolgen des französischen Regisseurs Romain Gavras haben sich tief in unsere Musikvideorezeption eingebrannt. Der neue Clip zu Trickys »Murder Weapon« lässt daher Dank seiner düsteren Bildsprache und -Ästhetik  an Gavras denken, dabei stammt die Kurzgeschichte um einen eigensinnigen Boxer aus ganz anderer Hand.

    Das Pariser Regieduo Fleur & Manu zeichnete für das Video verantwortlich, bisher aufgefallen sind sie durch ihre Arbeiten zu »Roche« und »Sexual Sportswear« von Sebastien Tellier. In »Murder Weapon« erzählen sie eine Geschichte von glänzenden Knarren, dicken Geldbündeln aus großen Scheinen, abgesprochenen Kämpfen, entsprechend platzierten Wetten, einem falsch ausgegangenen Fight und dessen Konsequenzen. Tricky spielt darin selbst die Hauptrolle, gedreht wurde im Pariser Boxclub »Le Salle«, in dem Tricky im täglichen Leben auch regulär trainiert.

    Durch die düstere Bildsprache und die Milieuverwurzelung lässt sich der Clip aber eben leicht mit den Arbeiten des französischen Regisseurs Romain Gavras, besonders an das Musikvideo zu DJ Mehdis »Signatune«.

    »Murder Weapon« ist die erste Single aus Trickys neuem Album »Mixed Race«, das am 24. September auf Domino Record Co erscheinen wird (siehe dazu auch das Spex-Pop-Briefing in Spex #328). Und was für das an die Arbeit anderer erinnernde Video gilt, trägt übrigens auch bei »Murder Weapon« selbst: Das Stück beruht auf dem gleichbetitelten Dancehall-Klassiker von Echo Minott (1994), aber natürlich ist der markante Basslauf im kollektiven Gedächtnis sehr viel bekannter als Titelstück der amerikanischen Krimi-Serie »Peter Gunn« aus den fünfziger Jahren.

 


VIDEO: Tricky – Murder Weapon

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