Jurassic Five

Was vor mehr als einer Dekade als Fusion zweier lokaler Gruppen namens Unity Comitee und Rebels of Rhythm in L.A. begann, ist spätestens mit diesem Album im Mainstream angekommen. Jurassic 5 waren ja immer so etwas wie der fleischgewordene True School-Spirit, die Fackelträger, die sich für alle »Elemente« der Kultur namens HipHop eingesetzt haben. Doch die langfristige Positionierung in der amerikanischen Unterhaltungsindustrie fordert ihren Tribut; J5 haben sich renoviert. Gut? Nicht gut?
    Da wäre zum einen der Weggang von Cut Chemist, der sich auf »Feedback« bemerkbar macht. Die staubtrockenen Breakbeats gibt es nur noch als Skit, die verspielten Produktionen sind durch geradlinigere ersetzt worden. Die eingekauften Beats stammen von u.a. Exile, der »Baby Please« in Szene setzt ? mit wunderschönem Al Green-Sample und richtig gutem Doubletimeflow der Protagonisten. Salaam Remi steuert ein Brett bei, auf dem den Achtzigern gehuldigt wird (»Radio«) ? und ja, auch von Clubsoundspezialist Scott Storch kommt Material (dessen »Brown Girl«, eine belanglose Chose, aber eher zu vernachlässigen ist). Und auch der einzig verbliebene hauseigene DJ Numark bringt mit u.a. »Red Hot« einen starken Beitrag. Das alles ist durchaus im Einklang mit der selbstgewählten Soundveränderung. Immerhin sind die Jungs von der G-Unit ja Labelkollegen. Aber dieses Update des eigenen Sounds wirkt in Teilen ein wenig blutleer. Allen voran die Radiosingle, die mal gleich Dave Matthews dabeihat und sich in die seichten Popgefilde aufmacht. Doch wollten sie es nicht so? Das jahrelange Touren (u.a. auch mit der Dave Matthews Band), der Weggang von Cut Chemist, all das prägt »Feedback« und macht es zu dem, was es ist: eine Sammlung von Stücken, die in ihrer Versatilität alles reflektieren, keine Idee auslassen, aber dabei auch oft an Allgemeinplätze andocken, die auf früheren Veröffentlichungen nicht thematisiert wurden. Der Hunger ist in jedem Fall geblieben, nur die Mittel sind jetzt eben andere.

LABEL: Interscope

VERTRIEB: Universal Music

VÖ: 28.07.2006

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