Ein Ton genügt – Joy Denalane live in Berlin / Ticketverlosung

„In der Musik gibt es andere Kräfte“, sagt Joy Denalane im SPEX-Gespräch mit Sterne-Kopf Frank Spilker. Und meint damit: Kräfte, die Worte nicht fassen können. Auf ihrem home-turf-Album Gleisdreick nähert sich die Berlinerin auf diese Weise ihrer Heimat rund um das ehemalige Kreuzberger Niemandsland an. Nun lädt sie zum folgerichtigen Heimspiel im kleinen Kreis. SPEX verlost zwei exklusive Tickets.

Anfang der Nullerjahre gab Joy Denalane deutschem Pop das Gefühl. Als die Berlinerin im Juni 2002 ihr Debüt Mamami veröffentlichte, war deutschsprachige Musik in einem seltsamen Zustand. Tocotronic schworen mit ihrem selbstbetitelten sechsten Album auch stilistisch der sogenannten Hamburger Schule ab, Die Sterne hatten auf Irres Licht plötzlich Keyboards im Reportoire, Scooter feierte letzte Erfolge, im Ausland kannte man vor allem Liquido aus Sinsheim. Diskursiver Proseminar-Pop auf der einen Seite, sinnentlehrtes Gedudel auf der Anderen.

Dazwischen blieb wenig Platz für Gefühle. Doch konnte man in deutscher Sprache überhaupt gefühlvoll singen? War der afroamerikanische Sound des Soul, den Denalane aus ihrem Elternhaus kannte, so einfach übertragbar? „Es war für mich schwierig, das auf Deutsch zu übersetzen“, sagt Denalane im in SPEX No. 373 erschienen Gespräch mit Frank Spilker. In ihrer Anfangszeit als Sängerin schrieb sie ihre Texte daher ausnahmslos auf Englisch. Dem Deutschen schien etwas zu fehlen: „Der US-amerikanische Rap hatte street credibility, und logischerweise wurde er hier anders verarbeitet. Ich fand das musikalisch nicht ansprechend.“

Das änderte sich erst durch eine bestimmte Band, die Ende Neunziger mit Quadratur des Kreises eine unpeinliche Version deutschsprachigen Raps etablierte, die nicht zwingend die amerikanischen Vorbilder imitieren wollte, nämlich Freundeskreis: „Da kannte ich Max Herre noch gar nicht, meinen späteren Ehemann“, erzählt Denalane weiter. „Ich dachte: Was ist denn das für ein Sound? Ich erinnere mich genau, wie ich damals mit meinem Freund zusammensaß, wie wir beide die Sachen weggelegt haben, die wir gerade machten, und uns das angehört haben. Es war musikalisch so warm und fresh, sagen wir mal: undeutsch, dass ich da den ersten Zugang zu deutschsprachigem Hip-Hop gefunden habe. Als ich verstand, dass das auch soulful klingen kann, konnte ich mich mit der Idee anfreunden, selbst auf Deutsch zu singen.“

Wie ungewöhnlich gut das auch fünfzehn Jahre später noch klingt, kann man Anfang April im Spiegelsaal in Clärchens Ballhaus in Berlin-Mitte erleben. Joy Denalane lädt von Vevo präsentiert zum Heimspiel im kleinen Kreis. Vor knapp 150 Gästen wird sie exklusive Akustikversionen ihres neuen Albums Gleisdreieck spielen.

SPEX verlost 2×2 Tickets für Vevo presents Joy Denalane am Sonntag, den 4 April in Clärchens Ballhaus, Berlin. Um an der Verlosung teilzunehmen, reicht eine E-Mail mit dem vollständigen Namen und dem Betreff „Gleisdreieck“ an gewinnen@spex.de.

Das vollständige Gespräch mit Joy Denalane und Frank Spilker ist in der aktuellen Ausgabe SPEX No. 373 erschienen. Das Heft ist im Handel sowie online versandkostenfrei erhältlich.

 

 

 

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