Geister im Heimatland des Zeichners.

Die katholische Kirche bezeichnete das vor gut einem Monat erschienene Buch als Gotteslästerung, katholische Schulen verkündeten einen Boykott gegen den Verlag , der Salzburger Weihbischof Andreas Laun sprach von einer "bösartigen Revolte gegen Gott" und verlangte gar eine Gefängnisstrafe für den Zeichner (wegen Verstoßes gegen den Blasphemie-Paragraphen im österreichischen Strafgesetzbuch) und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel prangerte Haderers Buch als "Schundzeichnungen" öffentlich an. Die negative Promotion trug jedoch auf der anderen Seite ordentlich Früchte: Die erste Auflage von 50.000 Exemplaren war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Nun ist es zwar etwas komisch, die deutsche katholische Kirche als cool zu bezeichnen, aber anlässlich der am Freitag in der Kasseler Galerie " Caricatura " eröffnenden Ausstellung der Cartoons über "Das Leben des Jesus" blieben die hiesigen Würdenträger genau das und wollten sich zur Sache nicht äussern, um dem ganzen "nicht noch mehr Öffentlichkeit angedeihen zu lassen." Uns interessiert hingegen sehr, wie Herr Haderer den Heiland z.B. als Weihrauch-Kiffer, die wundersame Fischvermehrung als Bootsunglück oder den Gang über den See Genezareth als Surf-Ausflug schildert. Schliesslich kann niemand beweisen, es wäre nicht so gewesen – oder, katholische Kirche?
Der österreichische Karikaturist Gerhard Haderer steht derzeit im Kreuzfeuer klerikaler Kritik. An seinem 40-seitigen Cartoon-Bändchen " Das Leben des Jesus " scheiden sich die Geister im Heimatland des Zeichners.
Die katholische Kirche bezeichnete das vor gut einem Monat erschienene Buch als Gotteslästerung, katholische Schulen verkündeten einen Boykott gegen den Verlag , der Salzburger Weihbischof Andreas Laun sprach von einer "bösartigen Revolte gegen Gott" und verlangte gar eine Gefängnisstrafe für den Zeichner (wegen Verstoßes gegen den Blasphemie-Paragraphen im österreichischen Strafgesetzbuch) und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel prangerte Haderers Buch als "Schundzeichnungen" öffentlich an. Die negative Promotion trug jedoch auf der anderen Seite ordentlich Früchte: Die erste Auflage von 50.000 Exemplaren war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Nun ist es zwar etwas komisch, die deutsche katholische Kirche als cool zu bezeichnen, aber anlässlich der am Freitag in der Kasseler Galerie " Caricatura " eröffnenden Ausstellung der Cartoons über "Das Leben des Jesus" blieben die hiesigen Würdenträger genau das und wollten sich zur Sache nicht äussern, um dem ganzen "nicht noch mehr Öffentlichkeit angedeihen zu lassen." Uns interessiert hingegen sehr, wie Herr Haderer den Heiland z.B. als Weihrauch-Kiffer, die wundersame Fischvermehrung als Bootsunglück oder den Gang über den See Genezareth als Surf-Ausflug schildert. Schliesslich kann niemand beweisen, es wäre nicht so gewesen – oder, katholische Kirche?