Jeffrey Lewis

Wenn Adam Green der ›Indie-Sinatra‹ ist, wie einige verkürzend meinen, dann ist Jeffrey Lewis der ›Indie-Dylan‹. Das ist nicht schwer zu erklären: Lewis sprechsingt zur eigenen Klampfe, die Instrumentierung drum herum ist meist sehr sparsam. Der Sprechgesang ist dafür umso gewaltiger. Wobei Lewis´ Sprechen in diesem New Yorker Kaugummi-Englisch mehr ein Nölen ist.

    Seine neue, vierte Platte »12 Crass Songs« jedenfalls ist nicht nur wortlastig wie eine Hiphop-Scheibe, sondern nebenbei auch noch äußerst politisch. Und dabei, ganz wie Dylan, alles andere als eindeutig. Keine flachen Parolen werden skandiert, keine falschen Analysen betrieben und keine einfachen Lösungen angeboten. Stattdessen werden feine Reime über den Unsinn von Regierungen, Polizisten und Soldaten abgetextet. Und wie in »Bloody Revolutions« dem eintönigen Revoluzzersprech eine klare Absage erteilt. »Don´t want your revolution, I want anarchy and peace«, denn Gewalt erzeugt immer neue Gewalt und eigentlich geht es immer nur um Macht. Anarchie und Frieden, so sollte es sein, das ist ein schönes Programm.

    Das ganze Album besteht angeblich nur aus Coverversionen der Polit-Punks von Crass. Wie dem auch sei: Die Songs sind fast alle toll. »System System«, »I Ain´t Thick« und »Do They Owe Us« stechen besonders heraus. Besser kann man nicht geehrt werden. Ansonsten bleibt Lewis beim bewährten Antifolk. Schönes Scheppern, schönes Nölen, Bruder Jack spielt gelegentlich mal Schlagzeug, Kimya Dawson und andere haben Gastauftritte am Mikrofon. »12 Crass Songs« ist mehr als ein gutes Lebenszeichen der New Yorker Bohemia. Antifolk´s not dead.

LABEL: Rough Trade Records

VERTRIEB: RTD

VÖ: 05.10.2007

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