„Let the vagina have a monologue“: Janelle Monáe kündigt neues Album an / Zwei neue Songs

Die selbsternannte Sci-Fi-R’n’B-Musikerin Janelle Monáe hat ihr drittes Album Dirty Computer für Ende April angekündigt. Zwei neue Singles legen schon jetzt nahe: Meilenstein incoming.

Im Diskurs über den künstlerischen Siegeszug schwarzer Frauen in den letzten Jahren wird ein Name meist bestenfalls beiläufig erwähnt: Janelle Monáe. Zu unrecht! Denn die in Kansas City als Tochter eines LKW-Fahrers und einer Hausmeisterin geborene Musikerin und neuerdings auch erfolgreiche Schauspielerin war schon politisch und woke, als ein Großteil ihrer Kolleginnen und Kollegen sich noch um sich selbst drehte. Etwa 2007, auf ihrer grob von Fritz Lang inspirierten EP Metropolis. Oder drei Jahre später auf dem folgenden Debüt The Arch Android. Bei genauerem Hinsehen wird klar: Es war Monáe, die Themen wie Afrofuturismus und Science Fiction in den kontemporären R’n’B und Rap trug.

Kein Zufall also, dass ein 33-sekündiger Trailer zu ihrem nun für den 27. April angekündigten dritten Album in den USA ausgerechnet vor dem jüngsten Marvel-Spektakel Black Panther läuft, dessen Held als der erste schwarze Mainstream-Superheld gilt. Mit dem kryptisch als „emotional picture“ überschriebenen Dirty Computer habe sie ein Album gemacht, das schon seit Jahren in ihr geschlummert hätte, sagte Monáe vor wenigen Tagen dem US-Radiomacher Zach Lowe. Persönlich, von Herzen und damit verletzlich sei das neue Material.

Die zwei mit der Albumankündigung veröffentlichen Singles „Django Jane“ und „Make Me Feel“ zeigen schon jetzt auf, in welche Richtung sich das Album bewegen könnte: nämlich in zwei. Erstere ist nämlich eine wütende Brandrede für Frauenrechte und Respekt. Mansplaining? „Hit the mute button / Let the vagina have a monologue“, rappt Monáe.

„Make Me Feel“ hingegen erinnert mit seinem Gitarren-Groove an ihren Mentor Prince und dessen Hit „Kiss“ – und dreht sich um Verlangen und sexuelle Freiheit. Beides passt jedoch zum Duktus ihrer viel beachteten Grammy-Rede: „Tonight, I am proud to stand in solidarity as not just an artist but a young woman with my fellow sisters in this room who make up the music industry“, sagte sie da. Und letztendlich auch zu unserem Verdikt: Dirty Computer könnte eines der wichtigsten Alben des Jahres werden.

 

 

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