Jan Jelinek – ›Faitiche‹ online, Bogner draussen

FaiticheUrsula Bogner lautet der Name der Künstlerin. Ihr Album »Recordings 1969 – 1988« ist am 24. Oktober erschienen und versammelt 15 Preziosen aus dem Musikzimmers der Künstlerin. Die eigentlich keine war: Denn, so Jan Jelinek in der Ankündigung des Debüt-Albums auf seinem neuen, eigenen Label Faitiche, diese Frau war Pharmazeutin und hatte Kinder und musizierte Zeit ihres Lebens nur privat. Geboren 1946 in Dortmund, ist sie im Alter von 19 Jahren nach West-Berlin gezogen, heuerte nach dem Studium der Pharmazie bei Schering an und entwickelte eine Passion für die Musique concrète. Im Flugzeug hat der Berliner Klangforscher Jelinek ihren Sohn Sebastian kennengelernt, so Ursulas grandioses Oeuvre und sich wegen dieser verspielten, experimentierenden Klangkörper sogar zur Gründung eines Labels veranlasst gesehen.
Zeitgleich mit der Veröffentlichung von »Recordings 1969 – 1988« ist die Homepage von Faitiche online gegangen, und dort wartet eine weitere Überraschung: Die 1994 verstorbene Ursula Bogner hegte nicht nur wie ihr Label-Boss eine Vorliebe für Schleif-Sounds und leisen Humor, sondern war darüberhinaus mit einer tiefen Verbundenheit mit dem Universum gesegnet und drehte also ebenso wie der Berliner ~scape-Produzent gerne am »Kosmischen Pitch«.

U. Bogner: Planeten, 1971

So sind denn auch wundervolle Linoldrucke wie das hier abgebildete »Planeten« aus dem Jahr 1971 bei Faitiche zu erstehen. Der Name »Faitiche« ist laut Label übrigens eine Verschmelzung aus Fakten und Fetischen und einem Text Bruno Latours entlehnt. Der Soziologe will mit der Wortschöpfung deutlich machen, dass sowohl das Faktum, wie auch der Fetisch in ähnlicher Weise fabriziert werden. Was sagen Sie dazu, Herr Drummond?

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