James Brown ist nicht tot

Er hatte es: das gewisse Di-digge-di-dum-bumm. Werk und Wirken von James Brown werden einmal mehr auf DVD gewürdigt. Und von Roots Manuva beschworen.

»Ich erwecke meinen inneren James Brown zum Leben.« So kündigt Rodney Smith alias Roots Manuva seine Wiedergeburt als Godfather Of Soul an. In der aktuellen SPEX-Ausgabe N°365 führt Smith weiter aus: »Wenn er einmal ›Hey!‹ gerufen hat, da war so viel drin! Und seine Arrangements: Er hat denselben Groove über fünf Minuten gespielt und nur in der letzten Minute variiert. So was hörst du heute nicht mehr. Alle sind so clever geworden. James Brown durchschneidet die Zeit, hat sein eigenes Echo.«

Als ein fleischgewordenes Brown-Echo versteht sich nun also auch Roots Manuva, der bei Konzerten zu seinem neuen Album Bleeds zeigen will, was er in Sachen mashed potato drauf hat. Und er bekommt bei seiner James-Brown-Beschwörung passenderweise Unterstützung in filmischer Form. Am 6. November erscheint die DVD Power Of Soul, produziert von Studio Hamburg Enterprises. Das Team rund um den deutschen Regisseur Marc Fehse arbeitete über mehrere Jahre hinweg an der Dokumentation und sprach dafür auch mit dem am 25. Dezember 2006 verstorbenen Meister höchstpersönlich. Flankiert von seiner vierten Ehefrau, der Sängerin Tomi Rae Brown, erklärt er am Klavier unter anderem, was der Funk hat, das Jerry Lee Lewis und Mozart eben noch nicht hatten: das gewisse Ta-taa-ta-tam und Di-digge-di-dum-bumm.

Neben diesen erhellenden Ausführungen sind in Power Of Soul außerdem Lobeshymnen von Bobby Byrd, Joss Stone, Kurtis Blow und The Pharcyde zu hören (teilweise allerdings in einer Tonqualität, die bei Brown vermutlich für einen seiner legendären Wutausbrüche gesorgt hätte). Dass es ohne Brown keinen »Funky Drummer« und keinen HipHop und damit auch keinen Roots Manuva geben würde, wird dabei mehrmals von allen Seiten betont.

Eine Woche später ist dann auch das groß auftrumpfende US-Gegenstück zu diesem Hamburger Liebhaberprojekt auf DVD zu haben: Mr. Dynamite: The Rise Of James Brown, verantwortet vom Oscar-prämierten Doku-Spezialisten Alex Gibney, koproduziert vom Queen-zertifizierten Funk-Spezialisten Sir Mick Jagger. James Brown kriegt eben immer noch alle rum.

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