Weil dahinter das Viele liegt

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   So, so, nächtens trägt Andreas Spechtl also einen graubraunen Pyjama. Irgendwie gewagt, aber auch nur ein Detail im neuen JA, PANIK-Video Nevermind (siehe unten). Ganz in Eigenregie hat die österreichische Band mit Wahlheimat Berlin das Lied, ein im Titel »übercodiertes Pop-Esperanto« mitsamt Selbstreferenz im Text, ihres aktuellen Staatsakt-Albums DMD KIU LIDT visualisiert. Spechtl lernen wir hier, zunächst ganz in Schwarz, als gutmütigen Band(en)vater kennen, der seine mal kuschelbedürftigen, mal noch in den Federn rauchenden Mitmusiker zu Bett bringt. Als Einschlafhilfe liest der Sänger ihnen dabei aus einem ABC-Schützenheft vor.

   Sebastian, Stefan, Thomas, Christian, sie alle erhalten der Reihe nach je eine Szene und Strophe. Dabei handelt es sich gleichermaßen um die Vornamen der Paniker Janata, Pabst, Schleicher, Treppo, wie um die der von Spechtl besungenen Miniaturen. Identisch sind diese miteinander allerdings nicht zwangsläufig. »Aber nevermind, / solang sich deine situation / in meine Richtung neigt«, weiß der Sänger sie alle bilingual zu beruhigen. Im Hintergrund findet dabei, gewissermaßen und mit falschem Pontifex, auch der gestrige Papstbesuch in Berlin einen Verweis.

   Als die letzte Kerze ausgeblasen und das letzte Licht ausgeknipst ist, bäumt sich die Nummer kurz auf, während die Kamera am sich umziehenden Spechtl hoch- und hinunterfährt. Und in Selbe blickt er auch direkt, wenn er vereinsamt und auf ein Kissen gestützt zum Finale ansetzt: 

   »Und am Ende bleib' ich übrig, / wie sich das so gehört. / Ich lerne langsam sprechen, / und dass man sich nicht selbst zerstört. / Doch vielleicht sollt' ich davon gar nicht lassen. /Es hat ja alles keinen Sinn. / Der Hass hat sich so tief in mich gefressen, / dass ich wohl ganz verloren bin.«

   Die Single Never Mind (sic) erscheint heute, einen Tag vor dem zwanzigjährigen Jubiläum von Nirvanas epochalem Album Nevermind. Ab diesem Datum befinden sich die jungen Mannen auch auf großer Deutschland-Österreich-Bern-Tour, die erst im November endet (Termine unten).

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VIDEO: Ja, Panik Nevermind

JA, PANIK LIVE:
24.09. Hamburg – Reeperbahnfestival
28.09. Leipzig – Conne Island (Flittchenbar zu Gast in Leipzig)
05.10. Wien – Arena
06.10. Graz – P.P.C.
07.10. Linz – Posthof
08.10. Salzburg – ARGE Kultur
09.10. Regensburg – Alte Mälzerei
10.10. Pfarrkirchen – Bogaloo
11.10. Erlangen – E-Werk
12.10. Jena – Kassablanca
19.10. Münster – Gleis 22
20.10. Bielefeld – Forum
21.10. Hannover – Café Glocksee
04.11. Berlin – Festsaal Kreuzberg
18.11. Frankfurt – Sinkkasten
19.11. Schorndorf – Manufaktur
20.11. Bern – Dampfzentrale
21.11. Heidelberg – Karlstorbahnhof
22.11. Düsseldorf – Zakk

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