Ja, Panik über LIBERTATIA: »Moll weg, Faust hoch!«

Stefan Pabst, Andreas Spechtl & Sebastian Janata (v.l.) sind Ja Panik   FOTO: Yves Bogwardt
Stefan Pabst, Andreas Spechtl & Sebastian Janata (v.l.) sind Ja, Panik   FOTO: Yves Bogwardt

»Die Beschäftigung mit den Texten ist aus dem Ruder gelaufen.« Im Interview in der neuen SPEX erklären Ja, Panik, warum es mit dem neuen Album Libertatia heißt: Weg mit dem Moll und Faust hoch! Heute Abend tritt man zudem beim Antinationalen Neujahrsempfang in Berlin auf.

Für die Titelgeschichte unserer aktuellen Ausgabe hat Arno Raffeiner Andreas Spechtl, Stefan Pabst und Sebastian Janata in ihrem Proberaum besucht, um im Interview zu ergründen, woher der »neue Swing in den Tönen« dieses Albums stammt. Das Trio erzählte, wie man bewusst nach einem Neuanfang gesucht hatte, diesmal verstärkt am Computer arrangierte und editierte, um dann gemeinsam mit Tobias Levin Libertatia zu produzieren. Das mag auf dem Papier verkopfter wirken, das Ergebnis klingt es nicht und stellt Spechtls Texten das angestrebte musikalische Gegengewicht entgegen. Im Gespräch fällt ihm dazu spontan folgende Parole ein: »Weg mit dem ganzen Moll! Faust in die Höhe und jetzt erst recht und so.«

Faust? Ja, richtig gelesen. Das Album ruft zum Entern Ändern auf, konkret, vor Ort, aus einem/r selbst heraus – und nicht utopisch in Gedanken. »Es geht bei uns überhaupt nicht um diese Schöne-Insel-Utopie.«, stellt Spechtl in SPEX klar, was auch bereits die folgende Auszüge aus dem bereits vorab veröffentlichten Libertatia-Manifest erkennen lassen: »LIBERTATIA ist eine neue Politik jenseits der erfundenen Gemeinschaften. LIBERTATIA ist das Bewusstsein davon, dass eine andere Welt eben nicht möglich ist. Das Wiederzusichkommen nach der großen Independenthalluzination. LIBERTATIA ist die Unmöglichkeit für andere zu sprechen.«

Verpackt hat man diese Erkenntnisse in besagtem beschwingten Pop. Andreas Spechtl sieht die zehn Lieder eher »als Gospelstücke [und ja,] schon als Protestsongs, aber als solche, die man mitsingen kann, gerade in den schwierigsten Zeiten. Die Idee war, etwas Hymnisches zu schreiben.«

Im ://about blank führt Spechtl heute mit seinen Kollegen als Andreas Spechtl & das Libertatia Orchester bereits einige neue Stücke erstmals beim Antinationalen Neujahrsempfang auf. Außerdem legen Ada, Mary Velo und Marion Cobretti anschließend auf, Marion Cobretti spielt ein Live-Set. Mit der »Vienna Edition« richtet sich die jährliche Veranstaltung diesmal gegen den Wiener Akademikerball, einer hochtrabenden Veranstaltung von Österreichs Rechtsaußen rund um die FPÖ.

Ende des Monats bis Mitte Februar gehen Ja, Panik dann präsentiert von SPEX auf reguläre Tour. SPEX N°350 ist derweil am Kiosk zu finden.

SPEX präsentiert Ja, Panik live
25.01. Wien – FM4 Geburtstagsfest
04.02. Hamburg – Uebel & Gefaehrlich
05.02. Köln – Gebäude 9
06.02. Frankfurt – Zoom
07.02. Stuttgart – Keller Klub
08.02. Zürich – Stall 6
10.02. München – Strom
11.02. Erlangen – E-Werk
12.02. Leipzig – Conne Island
13.02. Berlin – Lido

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