Ja, Distelmeyer

Hieß es in der Titelgeschichte von Spex #322 noch, Ja, Panik-Sänger Andreas Spechtl habe »seinen Distelmeyer gelesen«, so muss man heute ergänzen: Ja, Panik haben ihren Distelmeyer gesehen.

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    Ob als Cover, Hommage oder Raubkopie – Wie auch immer man das neue Musikvideo zur zweiten Single »Pardon« der Gruppe Ja, Panik bezeichnen mag, es bleibt eine gut gemachte Adaption von Jochen Distelmeyers letztem Clip »Lass uns Liebe sein«. Darin groovte Distelmeyer juvenil an der Seite einer Hiphop-Dance-Gruppe durch ein verspiegeltes Tanzstudio, wippte bei den Gesangseinlagen tänzelnd mit den Knien und reihte sich schlussendlich in die Choreografie der Tänzer ein. Wie sich die Bilder nun doch ähneln.

    Bei Ja, Panik genügt der Blick auf die Minute 3:59 ihres Videos: Darin sehen wir ein aufgeklapptes weißes MacBook, auf dessen Bildschirm wiederum ein Still aus »Lass uns Liebe sein« zu sehen ist: Das Mikrofon liegt auf dem Boden des Tanzstudios, genau wie vor dem MacBook selbst. Ja, Panik legen also ihre Quelle offen, verweisen auf Distelmeyer als Inspiration und schieben die Rechtfertigung über Strophe hinterher: »Unsere Methoden sind umstritten / und sind es wiederum auch nicht«.

    And in other related news: Am Samstag spielen Ja, Panik im Rahmen ihrer aktuellen Tournee im Berliner Festsaal Kreuzberg, Zudem veröffentlicht ihr Label Staatsakt am 11. Dezember pünktlich zum Weihnachtsgeschäft das Vorgängeralbum bzw. unsere damalige Platte der Ausgabe »The Taste and the Money« – allerdings nicht als schnöde CD, sondern als schneeweißes Vinyl. Davon verlosen wir an dieser Stelle 3 Exemplare, bitten im Gegenzug aber um eine kurze E-Mail unter dem Betreff »Ja, Christkind« samt der eigenen Anschrift an gewinnen@spex.de. Teilnahmeschluss ist der 8. Dezember, 14 Uhr – die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt.

 


VIDEO: Ja, Panik – Pardon

Spex präsentiert Ja, Panik Live:
28.11. Berlin – Festsaal Kreuzberg
10.12. Hamburg – Hafenklang (Goldener Saal)
17.12. Bremen – Schwankhalle
18.12. Husum – Speicher
19.12. Magdeburg – Projekt 7
(Tour wird von Januar bis März 2010 fortgesetzt)

1 KOMMENTAR

  1. Lieber Walter Wacht,

    ich würde gerne mit irgendjemanden, der gerade nicht zur Hand ist, eine Wette eingehen, dass du bei der ersten Version zu diesem Artikel für eine der drei Zuschreibungen, „Cover, Hommage oder Raubkopie“, den schönen und ganz anständigen Begriff „Persiflage“ gebraucht hast. Ist schon in Ordnung. Vielleicht hast du dir zunächst einfach über die Konsequenzen keine großen Gedanken gemacht und einfach das Offensichtlichste geschrieben. Außerdem würde mich natürlich interessieren was während des Prozesses, in der die Kritik oder einfach nur die Veräppelung in devote Anbiederei, die hier der Gruppe Ja,Panik untergeschoben wird, umgeschrieben wurde, bei dir so vorgegangen ist. Meine Interpretation des Videos wäre: „Vergeßt Blumfeld,Distelmeyer, es lebe Ja,Panik“.

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