Indielabels schalten EU-Kommission im YouTube-Streit ein

YouTube Indies EU Kommission

Beschwerde bei der Europäischen Kommission: Die internationalen Indielabels wehren sich gegen Googles neuen YouTube-Streamingdienst.

Wie Impala, die Independent Music Publishers and Labels Association, am Freitag mitteilte, hat sie bereits Anfang letzter Woche eine offizielle Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingereicht. In gleich fünf Punkten, moniert die Organisation, hätte Googles Dienst YouTube seine marktbeherrschende Stellung als »gatekeeper to the online market« widerrechtlich ausgenutzt. Geht es nach Imapala, soll die Kommission dagegen vorläufige Maßnahmen ergreifen, die bis zu einem Bußgeld von 10% seines weltweiten Umsatzes reichen könnten. Da wäre man bei den aktuellen Zahlen schnell bei einer halben Milliarde US-Dollar, welche dann zu entrichten wären.

YouTubes Marktanteil bei den Videoplattformen liegt hierzulande derzeit zwischen 40-50%, in den USA liegt er sogar noch deutlich höher. Impala kritisiert, dass YouTube bzw. Google diese Macht nun im Zuge der Verhandlungen um den neuen Streamingdienst der Firma ausnutze, um bestimmte Sonderrechte und -Konditionen durchzudrücken, die kein anderer Mitbewerber verlangt. Die Labels und ihre Künstler werden zudem in ihren Freiheiten über ihr eigenes Angebot und dessen Promotion beschnitten. Außerdem benachteilige YouTube die Indielabels gegenüber den Majors explizit.

Ebenfalls bereits letzte Woche war ein vorläufiger Mustervertrag zwischen YouTube und den Indies aufgetaucht, in dessen Analyse wir bereits vier daraus entstehende Probleme für die Labeles herausgearbeitet hatten. Sollten sich Letztere nicht mit Google über die Verträge des neuen Streamingdiensts einigen können, droht das Unternehmen ihnen mit dem Entfernen ihrer Inhalte von Youtube – wobei noch immer nicht klar ist, wie das vonstattengehen soll. Christof Ellinghaus, Chef des Labels City Slang, bestätigte uns aber im Interview, dass YouTube die bisherigen Nutzungsverträge bereits gekündigt hat.