Indian Jewelry

Indian Jewelry kommen aus den Südstaaten, genauer aus Houston, Texas. Die Musik, die auf ihrer neuen, im Eigenvertrieb gehandelten CD »Free Gold!« zu hören ist, erinnert sehr an die ausgehenden achtziger Jahre: Sonic Youth, Spacemen 3, Slowdive, My Bloody Valentine.

    Langsam sich dahin schleppender Dronerock also. Die totale Verkachelung, Hall auf allen Ebenen, Feedbackhöllen, entgeisterte, nach hinten gemischte Drums. Dazu schön verpeilter Gesang, meist von Männer-, seltener von Frauenstimme. Dazu muss man vielleicht eine Affinität haben, besonders neues passiert in diesem oft auch Shoegazing genannten Genre ja nicht, aller Wiederbelebung durch neue und wieder auferstandene Bands zum Trotz; genannt seien hier nur die Raveonettes, die Magnetic Fields, die Amusement Parks On Fire oder My Bloody Valentine, deren Comeback-Konzerte neulich in London so ausverkauft wie begeisternd gewesen sein sollen.

    Indian Jewelry gibt es auch schon ein paar Jahre, »Free Gold« ist ihr drittes Album, und die Gästeliste der eigentlichen vier Mitglieder (Erika Thrasher, Brandon Davis, Domokos und Rodney Rodriguez, vorher u.a. in Formationen wie Electric Fuck It All organisiert) ist sehr umfangreich. Einen guten Spannungsbogen schafft »Free Gold!« vor allem zwischen den Stücken acht und zehn, vom scharf verzogenen, sehr nach Spacemen 3 klingenden »Bird Is Broke« bis zum himmlisch tönenden Folksong »Everyday«, auf mindestens drei Spuren gesungen von Erika Thrasher. Insgesamt kann man sagen: Die Platte hätte so vielleicht auch 1988 erscheinen können, Bezüge zu Animal Collective lassen wir mal außen vor. Sollte trotz dieser leichten Zeitverschiebung dringend ein paar Ohren geliehen bekommen.

LABEL: We Are Free

VERTRIEB: Cargo Records

VÖ: 25.08.2008

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