In This World

Ein Update zweier vergangener Bücherkolumnen, die bald, ich schwöre, den Titel »Sport ist Mord« tragen wird. Wer das darin enthaltene Buchstabenspiel entdeckt, für das ich mich, Hand drauf!, jetzt schon schäme, bekommt von mir ein Abendessen mit Donald oder Daisy Duck spendiert. Der Rechtsweg ist au …
Ein Update zweier vergangener Bücherkolumnen, die bald, ich schwöre, den Titel »Sport ist Mord« tragen wird. Wer das darin enthaltene Buchstabenspiel entdeckt, für das ich mich, Hand drauf!, jetzt schon schäme, bekommt von mir ein Abendessen mit Donald oder Daisy Duck spendiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Als Vorspeise empfehle ich Futtersuche auf der Homepage von Cory Doctorow www.craphound.com, wo, wie bereits in SPEX 03/03 angekündigt, gesammelte Kurzgeschichten unter dem Titel »A Place So Foreign And Eight More« sowie sein zweiter Roman »Eastern Standard Tribe« zum kostenlosen Download bereitstehen. Da freut sich sogar Onkel Dagobert. Wie schon der Debüt-Roman »Down And Out In The Magic Kingdom« (über die Disney-Wunderwelt) ist also der zweite (über die Chat-Room-Wunderwelt) sowohl von der Stange als auch mit Augenklappe erhältlich.

Im wahrscheinlich sogar komplett fiktiven Zwischenreich von Fantasy nach Maß und Science-Fiction reiner Lehre bewegt sich nach wie vor China Miéville, unser aller Lieblings-Hook in Sachen Adaption von Märchen und Sagen (außer Angela Carter und Patrick Wolf natürlich). »King Rat« (»König Ratte«) wurde in 03/04 ebenso gelobt wie die »Perdido Street Station«-Schmöker. Nun gibt es eine weitere Kurzgeschichte von ihm in deutscher Übersetzung. Die Storys von Miéville, Paul di Filippo, Michael Moorcock und Geoff Ryman, die sich um den surreal anmutenden Einbruch des Realen ins Urbane drehen, also um ganz alltäglichen Quatsch, wie das in phantastischer Literatur üblich ist, sind 2003, »Cities« benannt, original erschienen – zu deutsch heißt das logischerweise »Moloch«. Hat da jemand einen Kulturpessimismus nach eigener Interpretation parallel übersetzt? Die Geschichte von Miéville heißt nun »Spiegelhaut« und spielt noch immer in London.
Texte von den Autoren finden sich zudem auf der Website www.fantasticmetropolis.com – und irgendwann habe ich dort, hungrig, auch mal Miévilles in der Kolumne erwähnte Liste der »50 Fantasy&Science Fiction Works That Socialists Should Read« gefunden, die aber scheinbar wieder hinterm Spiegel verschwunden ist.
Macht nix. Das Reinschnuppern lohnt sich hier wie auch z.B. auf der Seite von Charles Stross (gerade in den Buchregalen: »Singularität«). Ungelogen. Wer unter www.antipope.org in »Charlie’s Diary« blättert, wird unter anderem viele Keulen zum Totschlagen der diversen Osterhasen finden, die alle Jahre wieder aus dem finsteren Reich des Aberglaubens in die hiesigen Niederungen der Wirklichkeit hoppeln. Frohes Fest!

China Miéville/Michael Moorcock/Paul di Filippo/Geoff Ryman: »Moloch«, 430 S., 8 Euro ist bereits bei Bastei Lübbe erschienen. /// www.luebbe.de

Charles Stross: »Singularität«, 8.95 Euro, ist bereits bei Heyne erschienen. /// www.heyne.de

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.