In der Wüste der Moderne – Stadtlabor Nordafrika

Wueste ModerneDas Haus der Kulturen der Welt in Berlin blickt mit einer historischen Architekturausstellung auf die Stadtplanung des von Frankreich kolonialisierten Nordafrika. »In der Wüste der Moderne« läuft ab 29. August und zeigt, wie französischer Städtebau in Casablanca und weiteren Großstädten nördlich der Sahara seit den Dreissiger Jahren die Kolonien als Laboratorium modernistischer Urbanismus-Theorie begriff und dort die Praxis folgen ließ. Autogerechte Stadt und Tiefgarage, derartige Konzepte wurden als Projekte angesichts der Aufgabe entwickelt, für eine große Zahl von Menschen Städte zu planen. Die These der Ausstellung lautet deshalb:
»Die europäische Moderne wäre ohne Kolonialismus nicht realisierbar gewesen. In der Wüste der Moderne stellt neue Forschungen und wenig bekannte Wechselwirkungen vor: Die moderne Massenbauweise, in Nordafrika erprobt, wanderte an die Stadtränder Westeuropas. Hier entstanden die uns bekannten Vorstädte für Hunderttausende – wobei rund um Paris oder London oftmals auch die Bewohner aus den ehemaligen Kolonien kamen.«

Das Kuratoren-Team Marion von Osten, Tom Avermaete und Serhat Karakayali hat »In der Wüste der Moderne« zusammen gestellt. Zur Ausstellung gehören eine Filmreihe, eine Internationale Konferenz, diverse Performances, sowie eine im Oktober erscheinende Sonderausgabe von AnArchitektur zum Thema deutscher Kolonialismus. Auf der Website www.this-was-tomorrow.net werden zudem 50 Clips archiviert, die Bewohner und Bewohnerinnen moderner Wohnbauprojekte zwischen Moskau und Dar el Beida beim Wohnen zeigen – zum Beispiel beim Tecktonik-Tanzen, Parkour hüpfen oder demonstrieren.

In der Wüste der Moderne – Koloniale Planung und danach
Ausstellung, Konferenz, Filme, Performance
Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, Berlin
29.08.- 26.10.2008

Abbildung: Siedlung El Hank (ehem. Jüdisch-marokkanisches Viertel), Casablanca
Architekten: L. Aroutcheff / R. Lucaud / L. Moranti / M. Rousseau / L. Zéligson, Baujahr: 1952-3
Foto: Marion von Osten, 2008

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